Aktuell kein Handlungsbedarf: Das Inselbadstadion mit seiner imposanten Lärmschutzwand. - © Marc Köppelmann
Aktuell kein Handlungsbedarf: Das Inselbadstadion mit seiner imposanten Lärmschutzwand. | © Marc Köppelmann

Paderborn Sportplatz: Bei Lärm wird im Einzelfall entschieden

19 Sportanlagen im Stadtgebiet sind von der gesetzlichen Verordnung zunächst nicht betroffen. Für Elsen aber hat die Stadt bereits ein neues Gutachten in Auftrag gegeben

Paderborn. Am 8. September ist die neue Sportanlagenlärmschutzverordnung in Kraft getreten. Die von Bundestag und Bundesrat verabschiedete gesetzliche Änderung soll die zeitlich großzügigere Nutzung von Fußballplätzen erlauben. Auf den insgesamt 20 Sportanlagen im Gebiet der Stadt aber ändert sich zunächst nichts. Die Situation an den drei direkt nebeneinander liegenden Fußballplätzen in Elsen wird aber neu untersucht. „Nur in Elsen besteht ein konkreter Handlungsbedarf. Deshalb haben wir vor gut zwei Wochen für 2.500 Euro ein neues Lärmgutachten in Auftrag gegeben", sagte Dirk Happe in der Sitzung des Sportausschusses. Der Leiter des Paderborner Sportservice machte die weitere Vorgehensweise deutlich. Die Ergebnisse des Gutachtens fließen in eine geänderte Baugenehmigung ein. Diese wird vom Kreis geprüft. „Anschließend werden wir das Gespräch mit den betroffenen Anwohnern und dem Verein TuRa Elsen suchen", betonte Happe, der die Angelegenheit möglichst zum Jahresbeginn 2018 abschließen möchte. Ausweitung der Nutzungszeiten So bleibt abzuwarten, in welchem Umfang die Fußballer der TuRa ihren Trainings- und Spielbetrieb erweitern können. Augenblicklich endet das Training an den Werktagen um 20.30 Uhr. Eine Verlängerung um eine halbe Stunde scheint im Bereich des Möglichen liegen. Das Funktionsgebäude auf dem Sportplatzgelände, um dessen teilweise zweckentfremdete Nutzung es in den vergangenen Jahren immer wieder Diskussionen gegeben hatte, muss aber weiterhin um 21.30 Uhr verlassen worden sein. „Eine Nutzung nach 22 Uhr bleibt in Elsen und auf allen anderen Plätzen im Stadtgebiet auch mit der neuen Verordnung weiterhin ausgeschlossen", betonte Happe. Inwieweit in Elsen demnächst an Sonn- und Feiertagen der Spielbetrieb ausgeweitet werden kann, ist von den Ergebnissen des Gutachtens abhängig. Keine neuen Gutachten „Für die anderen Sportanlagen im Stadtgebiet werden wir zunächst keine neuen Gutachten in Auftrag geben. Wenn Anwohner oder ein Verein an uns herantreten, würden wir handeln", sagte Wolfgang Walter. „Wo es derzeit gut läuft, greifen wir nicht ein", sagte der Sportdezernent, während Happe nochmals vor übertriebenen Erwartungen der Fußballvereine warnte: „Die neuen Regelungen sind kein Freifahrtschein. Die Nutzungszeiten werden nach einem komplexen Modell errechnet". In der Ausschusssitzung, die auch von mehreren TuRa-Vertretern und und einigen Anwohnern verfolgt wurde, machten sich Sprecher aller Ratsfraktionen für ein vernünftiges Miteinander von Nutzern und Anwohnern stark. Immer wieder wurde die Kompromissbereitschaft beider Seiten eingefordert. Rainer Lummer von der Fraktion Für Paderborn, der für die Sitzung einen Antrag zur Nutzungsänderung der Sportplätze in Elsen formuliert hatte, zog diesen angesichts der erfolgten Beauftragung eines Gutachters zurück. Lummer wies aber darauf hin, dass mit dem möglichen Heranrücken einer neuen Wohnbebauung an die Sportplätze in Mastbruch ein weiteres Problem entstehen könne. „Hier ist bereits ein Gutachter am Werk. Wir werden alles tun, um die Nutzung der Sportplätze nicht einzuschränken", antwortete Happe. Der will in der Sportausschusssitzung des 20. Dezember die Ergebnisse des neuen Elsen-Gutachtens vorstellen.

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