Bereiten die Kulturtage vor: Ying Zhang (Verein für Deutsch-Chinesische Freundschaft), Tao Jiang, Chao Bing Sun (Konfuzius-Institut), Manfred Schlaffer (Paderborner Kulturverein), Jörg Müller-Lietzkow (Konfuzius-Institut), Beate Pfänder (Konfuzius-Institut) und Lin Qiu (China Medici TCM Centrum). Die dekorativen Objekte gelten in China als Glücksbringer. - © Hans-Hermann Igges
Bereiten die Kulturtage vor: Ying Zhang (Verein für Deutsch-Chinesische Freundschaft), Tao Jiang, Chao Bing Sun (Konfuzius-Institut), Manfred Schlaffer (Paderborner Kulturverein), Jörg Müller-Lietzkow (Konfuzius-Institut), Beate Pfänder (Konfuzius-Institut) und Lin Qiu (China Medici TCM Centrum). Die dekorativen Objekte gelten in China als Glücksbringer. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Chinesische Kulturtage in Paderborn im Oktober

Hans-Hermann Igges

Paderborn. China ist erstens anders. Und zweitens als man denkt. Solcherart Binsenweisheit ruft dazu auf, Vorurteile auf den Prüfstand zu stellen. Wer dazu nicht gleich ins Reich der Mitte reisen will, hat die Chance dazu auch vom 8. bis 11. Oktober. Dann finden nämlich erstmals von vier Paderborner Vereinen und Institutionen getragene Chinesische Kulturtage statt. Im Mittelpunkt stehen neben kuturellen und kulinarischen Aspekten auch medizinische Informationen und solche für Geschäftsleute. Die Idee dazu hatten Richard Erb, der als Geschäftsmann für Paderborner IT-Unternehmen 17 Jahre in China lebte und aktuell ehrenamtlich für das vor zwei Jahren gegründete Konfuzius-Institut in Paderborn als Senior Experte tätig ist, und Manfred Schlaffer, ehemals Kulturmanager in Diensten der Stadt Paderborn. Schlaffer gründete vor einem Jahr den Paderborner Kulturverein. Mit den Chinesischen Kulturtagen sollen nun die früheren jährlichen Ausländischen Kulturtage wiederbelebt werden. Diese fanden zwischen 1990 und 2007 rund um ein Schwerpunktland statt - auch das Reich der Mitte stand dabei schon im Fokus. Dritter im Veranstalterbund ist das China Medici TCM Centrum, das sich seit 2001 auf traditionelle chinesische Heilmethoden spezialisiert hat und inzwischen alle zwei Jahre zum Chinesischen Neujahrsfest ebenfalls eine Art Kulturtage anbietet. Außerdem gehört der Verein für Deutsch-Chinesische Freundschaft Paderborn mit seinen aktuell rund 30 Mitgliedern zu den Veranstaltern. Nach Schätzungen der Organisatoren leben inzwischen bis zu 1.000 Chinesen oder Deutsche mit chinesischen Wurzeln in Paderborn. Es sei an der Zeit, sich besser kennen zu lernen, "jenseits von Essen, Tanz und Musik", meint Manfred Schlaffer. Nützlich dafür sollen denn auch insbesondere die Vorträge von China-Kennern am 10. Oktober im Konfuzius-Institut am Neuen Platz 4 sein. Vertreter der Paderborner Unternehmen Diebold Nixdorf und Unity sowie Richard Erb und Jörg Müller Lietzkow, Geschäftsführer des Konfuzius-Insitut Paderborn, berichten aus erster Hand von den interkulturellen Besonderheiten, mit denen deutsche Firmen in China rechnen müssen. Müller-Lietzkow: "Hier geht es darum, Brücken zu schlagen zwischen den Kulturen und sich fair und mit Verständnis zu begegnen." Das Paderborner Konfuzius-Institut ist eines von 19 in Deutschland. 250.000 Euro bringen die chinesische Kulturorganisation Hanban als Hauptverwaltung der weltweit 550 Konfuzius-Institute und die Standortinitiative Paderborn überzeugt zu gleichen Teilen bis Mitte 2019 als Anschubfinanzierung des Paderborner Ablegers auf. Dort fanden bisher vor allem Kurse zur Vermittlung von Kultur und Sprache statt. Etablieren will man sich aber auch speziell mit Angeboten für Firmen, die in China aktiv werden wollen. Der Medienwissenschaftler Jörg Müller-Lietzkow ist als Vorsitzender des Vereins Konfuzius-Freunde Westfalen einer der beiden Geschäftsführer. Den anderen Direktor, Mao Tie, stellt die Kulturorganisation Hanban. Fürs Management vor Ort sorgt Beate Pfänder.

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