Flagge zeigen: Bei seiner Rede betont Jan-Philipp Merhoff, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, dass die Angestellten „sich nicht abspeisen lassen sollen". - © Mareike Gröneweg
Flagge zeigen: Bei seiner Rede betont Jan-Philipp Merhoff, Gewerkschaftssekretär bei Verdi, dass die Angestellten „sich nicht abspeisen lassen sollen". | © Mareike Gröneweg

Paderborn Zivilbeschäftigte in Kasernen fordern mehr Lohn

Tarifverhandlungen: Vor der Normandy Kaserne fordern die Zivilbeschäftigten, 
die in den britischen Kasernen arbeiten, fünf Prozent mehr Lohn

Mareike Gröneweg

Paderborn-Sennelager. Der Abzug der Briten, die sogenannte Konversion, soll bis Ende 2019 abgeschlossen sein, doch derzeit arbeiten nach Angaben von Verdi noch 700 Zivilbeschäftigte in Paderborner Kasernen. Bei einer aktiven Mittagspause, einem Warnstreik ohne Arbeitsniederlegung, demonstrierten die Zivilbeschäftigten vor der Normandy Kaserne in Sennelager für fünf Prozent mehr Lohn, beziehungsweise einen monatlichen Gehaltszuschlag von 100 Euro. Denn: „Für wenig verdienende Angestellte wie Reinigungskräfte entspricht eine fünfprozentige Lohnerhöhung keinen 100 Euro", erklärt Jan-Philipp Mehrhoff, Gewerkschaftssekretär bei Verdi. Die Verhandlungen zwischen Angestellten und Arbeitgebern, also die britischen Streitkräfte, finden bundesweit statt. Angeboten hatten Arbeitgeber bei der Eröffnung der Tarifverhandlungen am 12. September eine Lohnerhöhung von einem Prozent. Das halten die Gewerkschafter jedoch für „völlig unzureichend". Von 1.000 Zivilbeschäftigten in OWL allein 700 in Paderborn Von den insgesamt 1.000 Zivilbeschäftigten in Ostwestfalen-Lippe, entfallen laut Verdi allein 700 auf die Paderborner Kasernen. „Wir haben ein Durchschnittsalter von 52 Jahren und sind im Schnitt seit 20,5 Jahren in den Kasernen", so Rudolf Wiebusch, Vorsitzender einer Betriebsvertretung für Paderborner Zivilbeschäftigte. „Auch wenn dieser Standort nur noch zwei Jahre geöffnet hat, solltet ihr euch nicht abspeisen lassen", betont Mehrhoff. Schließlich sei jedes Prozent an Gehaltsaufschlag für die Sozialversicherungen von Bedeutung. Neben den laufenden Tarifverhandlungen berichten die Zivilbeschäftigen von weiteren Problemen: Wiebusch merkt die unmodernen Arbeitsbedingungen und unsicheren Zukunftsaussichten für die Angestellten an. Zwar werden die vom Arbeitgeber finanzierten Fortbildungen von der Belegschaft gut angenommen, doch ein nicht kleiner Kreis von Angestellten werde zurückbleiben und nach der Konversion große Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben, ist Wiebusch überzeugt. Politiker sichern Unterstützung zu Für Übergangsphasen und neue berufliche Perspektiven bringen sich die Zivilbeschäftigten auch bei den lokalen Politikern ins Gespräch. „So hat uns zum Beispiel Landrat Manfred Müller mehrfach zugesichert, dass er uns auf dem Schirm hat", so Wiebusch. In den Tarifverhandlungen zwischen Zivilbeschäftigten und Arbeitgebern steht zunächst Abwarten an: Die Antwort auf die bundesweite Forderung nach mehr Lohn, wird während der zweiten Verhandlungsrunde vom 26. bis zum 27. September bekannt gegeben.

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