Uraufführung: In einem tomatenroten Pullover spielt Ogün Derendeli die Hauptrolle in dem Stück „Eltern richtig erziehen". - © Christoph Meinschäfer
Uraufführung: In einem tomatenroten Pullover spielt Ogün Derendeli die Hauptrolle in dem Stück „Eltern richtig erziehen". | © Christoph Meinschäfer

Paderborn Uraufführung im Theater Paderborn: Die eigenen Eltern richtig erziehen

Premiere: Die Inszenierung für Zuschauer ab drei Jahren wird am 21. September im Paderborner Theater uraufgeführt

Mareike Gröneweg

Paderborn. Wenn das fünfjährige Kind für 40 Minuten die Zügel in der Hand hält und Mama und Papa ordentlich erzieht, ist der Zuschauer in der umgekehrten Welt des Stückes „Eltern richtig erziehen" gelandet. Die Inszenierung für Kinder ab drei Jahren basiert auf dem gleichnamigen Buch der Autorin Katharina Grossmann-Hensel und feiert am Donnerstag, 21. September, um 11 Uhr im Theater Paderborn die Uraufführung. Ogün Derendeli, der frisch im Paderborner Ensemble ist, verkörpert das fünfjährige Kind, um das sich die Handlung dreht. Aus der Erzählerperspektive berichtet er dem Publikum von seinen Erfahrungen mit der Erziehung der eigenen Eltern. Die Eltern werden gespielt von Denis Wiencke und Gesa Köhler, die ebenfalls neu im festen Ensemble ist. Das Vorhaben, brave Eltern zu bekommen, macht im Laufe des Stückes Höhen und Tiefen durch. „Getreu dem Spruch ,Erziehung ist, wenn man an dem anderen so lange zieht, bis sie zu einem passen’, lernt das Kind, dass gut erzogene Eltern gar nicht mehr so lustig sind", so Regisseurin Britta Schreiber. Bei der Darstellung des Kindes habe die Buchautorin auf geschlechterspezifische Merkmale verzichtet, was sich auf der Bühne fortsetze, erzählt Schreiber. So kann der Zuschauer an Kleidung und Sprache nicht genau ausmachen, ob ein Mädchen oder Junge seine Eltern umerzieht. Minimalistisches Bühnenbild Auch Bühnenbild und Kostüme, gestaltet von Andreas Wagner, laden die Zuschauer zum kreativen Assoziieren ein und sind minimalistisch gehalten. Die Spielfläche ist gepolstert, aber klare Umrandungen oder Gegenstände sind nicht zu erkennen. Die Darsteller könnten auf einem Bett, Sofa oder in einem anderen beliebigen Setting spielen. „Unser Kernpublikum ist zwischen drei und sechs Jahre alt", erklärt Schreiber, „das ist das Alter, wo Pappkartons noch Segelschiffe sein können. Diese Fantasie nutzen wir für das Stück." Die Inszenierung, so Dramaturgin Kerstin Car, hat einen tiefgründigen Ansatz, kommt aber gleichzeitig humoristisch daher und unterhält Kinder und Eltern mit einer ganz eigenen Situationskomik. Szenen, in denen die eigentlich Erziehungsberechtigten den Fahrradhelm auf Order des Kindes tragen müssen oder die Jacke anziehen, weil es doch draußen kalt sei, sollen die Kinder begeistern. Das Testpublikum, das aus verschiedenen Kindergarten-Gruppen bestand, habe sich mit dem Stück identifizieren können, berichtet Schreiber. „Die Kinder rufen auf die Bühne und sind aktiv dabei, weil sie die Situation ganz konkret betrifft." Schreiber zum ersten Mal am Theater Paderborn Britta Schreiber, die zum ersten Mal ein Stück am Paderborner Theater realisiert, hat sich über mehrere Monate mit der Thematik rund um Kinder und Erziehung auseinander gesetzt: „Dabei hat sich bestätigt, dass ich Kinder ziemlich klasse finde. Frech und anarchisch." Frech und anarchisch scheint auch das Motto des Stückes zu werden. Neben der Premiere im Theatertreff wird es unter anderem am 23. September sowie am 1., 8. und 14. Oktober auf die Bühne gebracht. Karten gibt es an der Theaterkasse am Neuen Platz, Tel. (05251) 2 88 11 00, und per E-Mail an kartenservice@theater-paderborn.de.

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