Aufbau im August 2015: Jetzt soll eine Flüchtlingsunterkunft am Querweg wieder abgebaut werden. - © Marc Köppelmann/Archivfoto
Aufbau im August 2015: Jetzt soll eine Flüchtlingsunterkunft am Querweg wieder abgebaut werden. | © Marc Köppelmann/Archivfoto

Paderborn Erste Containerunterkunft für Flüchtlinge wird abgebaut

In diesem Jahr wurden Paderborn bislang nur 111 Flüchtlinge zugewiesen. Die Übergangseinrichtungen sollen „Schritt für Schritt“ zurückgefahren werden

Birger Berbüsse

Paderborn. Die Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge ist in Paderborn deutlich gesunken. Bis Ende August lag ihre Zahl bei 111, im Vorjahr waren es 735, vor zwei Jahren sogar 1.846. Den überwiegenden Teil dieser Gruppe machen laut Sozialamtsleiter Ludwig Koch hier geborene Kinder sowie volljährig gewordene Minderjährige aus. In diesem Jahr wurden demnach bereits 35 Flüchtlingskinder in Paderborn geboren, berichtete Koch im Sozialausschuss. Das sind genauso viele wie im gesamten Jahr 2014. 2015 kamen 45, im vergangenen Jahr 54 Kinder in Paderborn zur Welt. Ein Schulplatz innerhalb von zehn Tagen Nach Auskunft des Schulamtes des Kreises Paderborn erhalte jedes schulpflichtige Flüchtlingskind innerhalb von höchstens zehn Tagen einen Schulplatz, so Koch. Derzeit besuchen 216 Schülerinnen und Schüler die Grundschulen der Stadt, 327 die Sekundarstufe I. Im Kreis sind es 215 beziehungsweise 326. Die Sekundarstufe II besuchen in Stadt und Kreis 207 Schüler. Die Zahl der Flüchtlingskinder in Kindertagesstätten kann laut Verwaltung aus technischen Gründen erst zum Kindergartenjahr 2018/2019 verbindlich ermittelt werden. In den insgesamt 85 Übergangseinrichtungen der Stadt leben aktuell 1.099 Menschen. Davon befinden sich 623 Personen im laufenden Verfahren beziehungsweise haben eine Duldung, 476 sind anerkannte Flüchtlinge. Die sinkenden Zahlen werden auch in diesem Bereich spürbar und führen zu Veränderungen. Notunterkünfte gebe es seit über einem Jahr nicht mehr, sagte Sozialdezernent Wolfgang Walter. Die großen Unterkünfte würden nicht mehr voll belegt. „Wir werden das Schritt für Schritt zurückfahren und einige Einrichtungen aufgeben", kündigte Walter an. Container-Anlage kommt an die Stephanusschule In der kommenden Woche soll bereits die eingeschossige Container-Anlage am Querweg abgebaut werden. Sie soll an der Stephanusschule wieder aufgebaut werden, um die dortigen Kapazitätsprobleme aufzufangen. Bestehen bleibt vorerst die zweigeschossige Container-Anlage am Querweg. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet fünf solcher Standorte. Die Stadt geht bei der Unterbringung außerdem neue Wege. So wurde in der Südstadt ein Wohnhaus mit jungen, männlichen Flüchtlingen belegt, die sozialpädagogisch begleitet werden. Außerdem wurden im Stadtgebiet zwei Frauen-Wohngemeinschaften eingerichtet. „Allein reisende Frauen brauchen besonderen Schutz", sagte Walter zur Begründung. Mehr Wohnungen für Flüchtlinge Gleichzeitig fassen immer mehr Flüchtlinge auf dem Paderborner Wohnungsmarkt Fuß. Von Anfang 2016 bis Juli 2017 sei für 184 Wohnungen von Flüchtlingen auf dem freien Wohnungsmarkt ein Darlehen für die Kaution vergeben worden. Ein Erfolg ist auch das Projekt „Türöffner". Seit Oktober 2016 konnten die ehrenamtlichen Mietpaten 252 Personen vermitteln, die nun in insgesamt 67 Wohnungen und vier Häusern leben.Die 2.131 Menschen aus Syrien stellen mittlerweile mit 19 Prozent den größten Anteil ausländischer Nationen in Paderborn. Sie haben damit die Türkei (17 Prozent, 1.915 Menschen) überholt, auf Platz drei liegt Polen (14 Prozent, 1.614 Menschen).

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