Zukunft: Vor der Häuserzeile wird Platz gewonnen, doch Radfahrer und Fußgänger müssen besonders aufeinander achten. - © Büro Brenner Bernhard Köln/Visualisierung
Zukunft: Vor der Häuserzeile wird Platz gewonnen, doch Radfahrer und Fußgänger müssen besonders aufeinander achten. | © Büro Brenner Bernhard Köln/Visualisierung

Paderborn Erste Reaktionen auf neues Buskonzept an der Westernmauer

Westernmauer: Das erste Echo auf die Pläne für eine Zentrale Haltestelle reicht bei Kommunalpolitikern von verhaltener Zustimmung bis Skepsis. Besonders kritisch wird die Radwegführung gesehen

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Adé dunkle Zentralstation, tschüss überfüllte Bushaltestellen am Westerntor: Verkehrsplaner und Padersprinter, das kommunale Nahverkehrsunternehmen, favorisieren einen neuen ÖPNV-Knotenpunkt in zentraler Lage nur wenige Meter entfernt an der Westernmauer. Schon in drei Jahren könnte Baubeginn für die im Wesentlichen aus einer Businsel bestehende Anlage mit 14 Haltepunkten sein. Dort können bis zu 98 Busse per von Fachleuten „Rendezvous-Konzept" genannter Logistik in der Spitzenstunde morgens zwischen 7 und 8 Uhr abgefertigt werden. Die Haltepunkte sollen nicht nur für gefahrloses Umsteigen, sondern auch für mehr Aufenthaltsqualität sorgen und den Nahbereich Richtung Königsplätze aufwerten helfen. Allein: Paderborns Kommunalpolitiker sind noch nicht restlos von der Lösung überzeugt, an der inzwischen schon seit vier Jahren getüftelt wird. Erste Stellungnahmen der Fraktionen fielen nach der Vorstellung der Pläne durch Ulrich Noßwitz vom Büro Brenner Bernhard Ingenieure (Köln) im Großen und Ganzen aber wohlwollend, im Detail auch skeptisch aus. CDU-Sprecher Markus Mertens kündigte eine Klausurtagung seiner Fraktion zu dem doch ziemlich komplexen Vorschlag an. Ähnlichen Beratungsbedarf äußerten auch die anderen Fraktionen. Mertens: „Es ist noch ein weiter Weg zu einer Lösung, die möglichst allen passt. Aber wir werden ihn beschreiten." Optimismus verbreitete auch Franz-Josef Henze (SPD): „Je länger wir uns damit beschäftigen, um so überzeugter werde ich." Gefahrenpotenzial an der Alten Torgasse Stefan Schwan (Grüne) bewertete die Pläne lediglich als „Zwischenstand". Die Situation an der Alten Torgasse, wo Fußgänger, Radfahrer, Autos und Busse aufeinander treffen, berge Gefahren. Die vorgeschlagene zusätzliche Ergänzungshaltestelle an der Marienstraße sei positiv.Schwan wie zuvor schon Mertens und nach ihm Hartmut Hüttemann (Freie Wähler / FBI) fehlten Informationen, wie es nach einem Auszug der Busse aus der Zentralstation dort weitergehe. Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt, dazu: „Manche Dinge passieren erst, wenn der Ausschuss eine Entscheidung gefällt hat." Wie Hüttemann plädierte auch Michael Hadaschik (FDP) dafür, die Sorgen von Anwohnern und Ladenbesitzern ernstzunehmen. Auch die Aussage der Verkehrsplaner, an allen Verkehrsknotenpunkten ergäben sich durch die Busse selbst in Spitzen keine besonders langen Wartezeiten für andere Verkehrsteilnehmer, wollte er aber relativiert wissen. Michael Hadaschik: „Entscheidend ist, ob man das in Paderborn als Verschlechterung wahrnimmt." Padersprinter rechnet mit bis zu 30 Prozent Zuwachs Ähnliche Zweifel äußerte Christoph Quasten (CDU) zum Plan, aus zwei Geradeausspuren der Friedrichstraße in Richtung Westerntor in Höhe des Abzweigs in die Imadstraße nur eine zu machen, um Platz für zwei Linksabbiegerspuren für Busse Richtung Businsel zu haben. Reinhard Borgmeier (Linksfraktion) gestand, die Lösung gefalle ihm inzwischen wesentlich besser als noch am Anfang, da damit der ÖPNV gestärkt werde.Entsprechend hatte Padersprinter-Chef Peter Bronnenberg sich geäußert: Die neue Zentralhaltestelle ermögliche Zeitpuffer und diene den Kunden. Sie sei auf einen Zuwachs von 30 Prozent im ÖPNV für die nächsten Jahre ausgelegt.

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