Paderborn Dafür stehen die Splitterparteien im Kreis Paderborn

Bundestagswahl: Unter den 23 Parteilisten sind sieben Neulinge

Paderborn. Demokratie lebt vom Wechsel. Zumindest auf dem Wahlzettel hat sich denn auch zur Bundestagswahl am 24. September einiges getan. Dort finden sich unter den 23 Parteien im Vergleich zu 2013 sieben Neulinge und eine Partei, die damals auf der NRW-Landesliste zwar nicht kandidierte, aber dennoch eine alte Bekannte ist. CDU, SPD, Grüne, FDP und Linke sammelten im Wahlkreis Paderborn – Gütersloh III 2013 insgesamt 91,9 Prozent der gültigen Stimmen ein. Rechnet man die nächstgroßen AfD (3,6 Prozent) und Piraten (2,1 Prozent) dazu, blieben insgesamt nur 2,4 Prozent für die übrigen 15 Kleinparteien. Davon schnitt die rechtsextreme NPD mit 0,8 Prozent am besten und die linksextreme MLPD mit 17 Stimmen bzw. 0,0 Prozent am schlechtesten ab. Piraten sind mit Direktkandidatin dabei Während die Piraten mit ihrem um den Markenkern Netzpolitik gestrickten sozial-liberal-progressiven Programm nach den letzten Wahlergebnissen und Umfragen im Dauertief stecken, rechnet man der AfD mit ihrem Wutbürger-Potpourri aus Euro-Gegnerschaft und Europa-Skepsis, Putin-Sympathie und völkischem Rechtsextremismus wesentlich bessere Chancen aus. Immerhin schicken die Piraten Direktkandidatin Sabine Martiny, bekannt aus vielen früheren Wahlkämpfen ins Rennen. Wieder auf dem Wahlzettel findet sich die DKP (Deutsche Kommunistische Partei), die 2013 nicht dabei war. Sie wird vom Verfassungsschutz als linksextrem eingestuft und bekennt sich zu den Theorien von Marx, Engels und Lenin. Gespannt sein darf man nach dem Aufruf zum Wahlboykott für CDU, SPD und Grüne durch den türkischen Staatspräsidenten Erdogan auf das Abschneiden der Allianz Deutscher Demokraten, die vor allem um türkischstämmige Wähler wirbt und der eine Nähe zur Erdogan-Partei AKP nachgesagt wird. 2013 bekam sie unter anderem Namen nur 0,1 Prozent. Parteien, die nur ein Thema bewegt Neu auf dem Wahlzettel sind vor allem sogenannte „Ein-Thema-Parteien": Das Bündnis Grundeinkommen (BGE), die Partei für Gesundheitsforschung, die Tierschutzpartei und die V-Partei für Vegetarier und Veganer. Anders als ihr Name nahelegt ist die Partei Deutsche Mitte wohl eher dem rechts-esoterischen Spektrum zuzuordnen. Dem gegenüber vertritt die Partei Demokratie in Bewegung nach eigenen Angaben Grundwerte wie Mitbestimmung, Toleranz und Gerechtigkeit. Kernthemen der Partei der Humanisten sind Bildung, Selbstbestimmung und Säkularisierung. Darunter fällt auch ein liberaler Umgang mit Drogen. Bei jeweils 0,3 Prozent Stimmenanteil lagen 2013 die Freien Wähler und die Spaßpartei Die Partei. Sie kandidieren ebenso wieder wie die ÖDP (Ökologisch Demokratische Partei), die vor vier Jahren 0,2 Prozent bekam. Auf dem ganz linken Flügel treten die stalinistisch angehauchte MLPD (marxistisch-leninistische Partei Deutschlands) und die Trotzkisten der SGP (Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale) wieder an. Teilweise dem rechtsextremen Spektrum wird die Liste Volksabstimmung zugeordnet.

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