Im März attackierte der 29-Jährige seine Frau. Danach sprang er aus dem Fenster. - © picture alliance / dpa
Im März attackierte der 29-Jährige seine Frau. Danach sprang er aus dem Fenster. | © picture alliance / dpa

Paderborn Bewährung: Nach brutaler Attacke aus Fenster gesprungen

29-Jähriger misshandelte seine Frau, erlitt danach selbst schwere Verletzungen

Jutta Steinmetz

Paderborn. Es war blanke Wut, die einen 29-Jährigen Anfang März seine Frau brutal misshandeln ließ. Vor Gericht fand er dennoch einen milden Richter. Denn nach der Tat sprang der Paderborner aus dem dritten Stock – weil er dachte, seine Frau sei tot. Der Amtsrichter verurteilte ihn zu einer 16-monatigen Bewährungsstrafe. In den frühen Morgenstunden des 5. März war der 29-Jährige mit seiner Gattin in Streit geraten. Denn sie mochte sich nicht küssen lassen, sondern bevorzugte es, sich in sozialen Netzwerken zu tummeln. Außer sich vor Wut schlug der Mann auf das Gesicht der Frau ein, fügte ihr dabei etliche Frakturen zu und würgte sie schließlich, bis sie in schwere Atemnot geriet. Erst als sein Opfer vom Bett fiel, auf dem sie während der Attacke gelegen hatte, stellte er seine Misshandlungen ein. Sprung aus dem Schlafzimmerfenster Ihr Zustand versetzte den Angeklagten augenscheinlich in sehr große Angst. Entsetzt sprang er aus dem Fenster des Schlafzimmers. Drei Stockwerke tief stürzte er und zog sich dabei gleichfalls schwerste Verletzungen zu. Sein Mandant habe direkt nach der Tat begriffen, etwas Furchtbares getan zu haben, und sich dafür selbst bestrafen wollen, sagte Verteidiger Franz Zacharias. Ein Aspekt, der den Amtsrichter milde stimmte. Er sprach den bis dahin noch nicht vorbestraften 29-Jährigen, der noch immer an den Folgen des Sturzes leidet und wahrscheinlich bleibende Schäden davontragen wird, zwar der schweren Körperverletzung schuldig, gab ihm aber trotzdem eine Bewährungschance – zumal die geschundene Frau ihrem Mann mittlerweile vergeben hat und es mit ihm noch mal versuchen will.

realisiert durch evolver group