Ab in die Pfanne: Eine Gruppe Perlpilze. Mit Zwiebeln in Butter gut durchgaren, Pfeffer, Salz und ein bisschen Petersilie drüber. Wohl bekomm's. - © Simone Flörke
Ab in die Pfanne: Eine Gruppe Perlpilze. Mit Zwiebeln in Butter gut durchgaren, Pfeffer, Salz und ein bisschen Petersilie drüber. Wohl bekomm's. | © Simone Flörke

Paderborn Die Pilzsaison rund um Paderborn startet früh

Im feucht-warmen Wetter fühlen sich die Organismen wohl. Sammler sollten sich gut auskennen oder gründlich informieren, um Pilzvergiftungen zu vermeiden

Lisa Gillmeister

Paderborn. An schattigen und feuchten Plätzen in Wäldern sind sie zu Hause. Ihre Fruchtkörper haben verschiedenste Formen und Farben. Dieses Jahr sind im Raum Paderborn viele heimische Waldpilze früher als sonst aus dem Boden geschossen. Die letzten Wochen waren warm und feucht, ideale Bedingungen für die Organismen. "Es gibt Erfahrungswerte, aber es ist ein bisschen wie ein Überraschungsei", sagt Jan Preller, der Leiter des Waldinformationszentrums im Hammerhof über den Beginn der Pilzsaison. Schon jetzt könne ein großes Spektrum an Pilzen in den regionalen Wäldern entdeckt werden. Die Pilze können im Laufe des Herbstes wieder verschwinden, wenn es zu trocken wird. Wer im Wald Pilze sammeln möchte, sollte sich gut auskennen. "Speisepilze und ausgesprochene Giftpilze stehen teilweise nebeneinander", so Preller. Außerdem sollten Pilzsammler beachten, wem der Wald gehört, in dem sie sich befinden und gegebenenfalls um Erlaubnis fragen. Beliebte Speisepilze wie Steinpilz und Pfifferling gehören in Deutschland zu den besonders geschützten Arten. Sie dürfen nur in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf aus dem Wald mitgenommen werden. "Trüffel dürfen nicht gesammelt werden", erklärt Preller. Im Wald leben Pilze und Bäume symbiotisch zusammen. Durch die Baumwurzeln und das unterirdische Myzel der Pilze finde ein Nährstoff- und Wasseraustausch statt. "Jede Pilzart bevorzugt bestimmte Baumarten als Symbiosepartner. Steinpilz und Pfifferling wachsen gerne mit Fichte und Buche zusammen. Der giftige Knollenblätterpilz hat oft die Eiche als Baumpartner", weiß der Leiter des Waldinformationszentrums. Auskunft zur Unterscheidung von Speise- und Giftpilzen gibt die kostenlose Pilzberatung im Waldinformationszentrum Hammerhof in Hardehausen am 8. und 21. Oktober. Von Apps, die bei der Bestimmung der Pilzart helfen sollen, rät die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (Pilzwissenschaft) allerdings ab. "Ein Speisepilz-Sammler, der sich bei der Bestimmung nur von einer App leiten lässt, spielt grob fahrlässig mit seiner Gesundheit" heißt es auf der Webseite des Vereins mit Sitz in Frankfurt. In jedem Fall sollten Pilze nur in "Maßen gegessen werden", rät Jan Preller. "Fast alle Waldpilze müssen, anders als Champignons, gekocht werden, um verträglich zu sein. Zusätzlich sollte man gut kauen." Einen fachlichen Einblick in die Welt der Waldpilze können Interessierte am Samstag, 23. September, in einem Praxisseminar im Jugendwaldheim Ringelstein in Büren bekommen. Die Kursgebühr beträgt 15 Euro, das Seminar dauert von 10 bis 15 Uhr. Anmeldungen unter Tel. (0 29 58) 223 oder per E-Mail an jugendwaldheim-ringelstein@wald-und-holz-nrw.de

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