Rüdiger Althaus: Der Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn freut sich über das neue Buch über Abbé Franz Stock. - © pdp
Rüdiger Althaus: Der Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn freut sich über das neue Buch über Abbé Franz Stock. | © pdp

Paderborn Die Tagebücher des Abbé Stock aus dem Erzbistum Paderborn

Zeitgeschichte: Ein neues Buch dokumentiert die Tagebücher von Abbé Franz Stock. Dieser begleitete Gefangene im Wehrmachtsgefängnis auf ihrem Weg in den Tod

Paderborn. Abbé Franz Stock gilt als Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft. Der aus Arnsberg-Neheim stammende Priester des Erzbistums Paderborn war während des Zweiten Weltkriegs unter anderem Gefangenenseelsorger im besetzten Paris, bevor er das "Stacheldrahtseminar" in Chartres gründete und als Regens leitete. In einem Buch mit dem Titel "Franz Stock. Wegbereiter der Versöhnung" werden erstmals die Tagebücher des Geistlichen dokumentiert. Rüdiger Althaus, Rektor der Theologischen Fakultät, der den von 2009 bis 2013 im Erzbistum Paderborn durchgeführten Prozess zur Seligsprechung von Abbé Franz Stock geleitet hat, freut sich über dieses "authentische Zeitzeugnis zum Leben dieses mutigen Glaubenszeugen". Im Stacheldrahtseminar in Chartres wurden deutschsprachige Theologiestudenten zusammengeführt. Vor 70 Jahren, am 5. Juni 1947, wurde das Seminar wegen der allgemeinen Entlassung der Kriegsgefangenen aufgelöst. Das Buch "Franz Stock. Wegbereiter der Versöhnung. Tagebücher und Schriften" ist auf Initiative der Franz-Stock-Komitees in Arnsberg und in Paris entstanden. Herausgegeben wurde es von Jean-Pierre Guérend, emeritierter Professor an der Sorbonne. Es präsentiert erstmals die Tagebücher von Abbé Stock aus den Jahren 1941 bis 1945, seine Beschreibung des Kriegsgefangenenseminars sowie seine Rede anlässlich der Schließung im Jahr 1947. In seiner Zeit als Seelsorger in den Wehrmachtsgefängnissen in Paris ließ Abbé Franz Stock die Gefangenen nicht im Stich und begleitete viele von ihnen zur Hinrichtung. "Auch später als Regens des Priesterseminars war Abbé Stock, obwohl er gesundheitlich angeschlagen war, für seine Seminaristen eine Person, der sie vertrauen konnten", erklärt Rüdiger Althaus. Er kennt sich mit der Geschichte von Abbé Franz Stock aus: Er leitete von 2009 bis 2013 im Erzbistum Paderborn die Kommission für die Durchführung des kanonischen Informativprozesses zur Seligsprechung von Abbé Franz Stock. Die dabei zusammengetragenen 16.000 Seiten an Dokumenten über das Leben des Priesters werden jetzt in Rom weiter bearbeitet. Viele Gläubige aus Frankreich und Deutschland, die sich für eine Seligsprechung von Abbé Franz Stock eingesetzt haben, hoffen somit weiter auf den erfolgreichen Abschluss des Seligsprechungsverfahrens in Rom.

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