Blickfang: Die „Fest-Klang-Krone" von Christa Henn scheint in der Bartholomäuskapelle zu schweben. - © Birger Berbüsse
Blickfang: Die „Fest-Klang-Krone" von Christa Henn scheint in der Bartholomäuskapelle zu schweben. | © Birger Berbüsse

Paderborn Krone aus Röntgenbildern in der Bartholomäuskapelle

Die Paderborner Bartholomäuskapelle feiert ihr 1.000-jähriges Jubiläum. Die Kölner Künstlerin Christa Henn hat hierzu die Installation „Fest-Klang-Krone“ geschaffen. Im Kreuzgang des Doms gibt es zudem eine Werkschau

Birger Berbüsse

Paderborn. Sie scheinen mitten im Raum zu schweben und bilden mit ihrem leuchtenden Blauton einen starken Kontrast zur hellen Schlichtheit des Ortes: „Fest-Klang-Krone" heißt die Installation, die die Kölner Künstlerin Christa Henn zum 1.000-jährigen Jubiläum der Bartholomäus-Kapelle an der Nordseite des Doms geschaffen hat. Die Künstlerin versteht ihr Werk als Materialisierung von Tönen, als Übersetzung des Kirchenraum-Klangs in skulpturale Kunst. „Die klare Schönheit des Raums hat mich tief berührt", sagt Christa Henn, die von Dompropst Joachim Göbel um eine Arbeit zum Jubiläum der Kapelle gebeten wurde. Ihre Installation besteht dabei aus äußerst ungewöhnlichem Material: Die Kölnerin arbeitet seit einem Vierteljahrhundert mit Röntgenbildern. Etwa 2.500 Röntgenaufnahmen hat sie für das Paderborner Kunstwerk verarbeitet, beschnitten und neu zusammengesetzt. 24 Röhren mit menschlichen Röntgenbildern In dem seit 1.000 Jahren nahezu unveränderten Sakralraum der von Bischof Meinwerk geweihten Bartholomäuskapelle hängen nun 24 Röhren mit menschlichen Röntgenbildern. Diese Röhren sind in einem Kreis von fast zwei Metern Durchmesser angeordnet, der an eine Krone erinnert. Zentral in der Bartholomäuskapelle schwebend, sind bei genauem Hinsehen trotz der Bearbeitung zwar einzelne Körperteile erkennbar, trotzdem umweht die Krone der Hauch des Geheimnisvollen. Auch, weil sie auf das Licht reagiert, das durch die hochgelegenen Rundbogenfenster oder das Eingangsportal der Kapelle einfällt. Die Installation wird bis Ende des Jahres zu den normalen Öffnungszeiten zu sehen sein. Gleichzeitig stellt die Künstlerin weitere Werke im Kreuzgang des Domes aus, die freitags bis sonntags außerhalb der Gottesdienstzeiten zu besichtigen sind. Gezeigt werden retrospektiv ein Dutzend Werke aus den vergangenen 20 Jahren von Christa Henns Schaffen. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen zum Veranstaltungsprogramm anlässlich des Jubiläums gibt es unter www.behuetetundbedacht.de

realisiert durch evolver group