Am Theodorianum: Unter Gundula Henses Dirigentschaft bilden am Kamp Sänger und Zuhörende eine homogene Einheit. - © Dietmar Gröbing
Am Theodorianum: Unter Gundula Henses Dirigentschaft bilden am Kamp Sänger und Zuhörende eine homogene Einheit. | © Dietmar Gröbing

Paderborn Singen als Massenphänomen in der Paderborner City

Wandelkonzert: Der Hochschulchor Unisono schreitet zehn Stationen ab. 
Mehrere hundert Zuhörer folgen dem gemischten Ensemble

Dietmar Gröbing

Paderborn. Es herrscht fröhliches Gewusel in der Fußgängerzone. Besonders am Samstag. Aus dem geschäftigen Gemurmel erheben sich mehrere Dutzend Stimmen und schlagen ihre nächste Umgebung in Bann. Die Menschen bleiben stehen und lauschen dem Chor, der sich vor der Franziskanerkirche platziert hat. Es ist der Auftakt zum Wandelkonzert des Hochschulchors UniSono. Insgesamt zehn innerstädtische Punkte lief der gemischte Chor an, blieb an markanten Orten stehen, um ausgesuchte Titel zu intonieren. Das sorgte für Aufsehen, denn die Öffentlichkeit lauschte dem Treiben. In die richtigen Bahnen gelenkt wurde es von Chorleiterin Gundula Hense. Für den Freilufttermin hatte Hense verschiedene Stilrichtungen gewählt. Besinnliches stand neben Exaltiertem, Traditionelles neben Modernem. Das ergab eine gewinnende Mischung, die durch die aufgesuchten Orte an Klasse hinzu gewann, knüpften die Stücke doch ein indirektes Band zu den Lokationen, die ihrerseits auf die Songs zurück reflektierten. So konnte man Paderborn über mehrere Stunden klanglich erwandern, was unterm Strich eine alternative Stadtführung ergab. Diese führte im Anschluss zum Marienplatz, zum Theodorianum und Theater, zum Paradiesportal, der Bartholomäuskapelle, hinter den Dom, zum Michaelskloster, zum Inselspitzenweg und schließlich zu den Paderquellen. „Wir hoffen, dass möglichst viele Leute möglichst lange mitwandeln", ermunterte Gundula Hense die interessierte Öffentlichkeit. Ihr Wunsch wurde erhört, wollten doch mehr als 200 Menschen das Gesangsprojekt live und dauerhaft verfolgten. Eine der Lustwandlerinnen war Christa Fenn, die sich „hellauf begeistert von der Liedauswahl" zeigte. „Sommerlieder, die den Sommer gewinnen sollen" gab es zu hören, wobei neben heimischen auch ausländische Titel zu ihrem Recht kamen. Demzufolge setzte man den schwedischen „Sommerpsalm" ebenso in Szene wie amerikanische Popsongs à la „The Chain" und „The Lonesome Road". Nicht zu vergessen mittelalterliche Trink- und deutsche Volkslieder („Heißa, Kathreinerle"). Ergänzung erfuhr der klangliche Rundgang des Hochschulchors Unisono in der Innenstadt durch Informationen zu den jeweiligen Auftrittsorten. So wusste Chormitglied Florian Rittmeier Wissenswertes über den Aussichtsturm des Theodorianums, die „Chairs to share" vor der Franziskanerkirche und das Paradiesportal, den sogenannten „Eingang zum Himmel", mitzuteilen.

realisiert durch evolver group