Blick aus der Vogelperspektive: Das Gelände der Barker Barracks wird rechts von der Driburger Straße, links vom Piepenturmweg begrenzt. - © Gerd Vieler
Blick aus der Vogelperspektive: Das Gelände der Barker Barracks wird rechts von der Driburger Straße, links vom Piepenturmweg begrenzt. | © Gerd Vieler

Paderborn Renommierter Architektenwettbewerb für Paderborner Barker-Barracks

Junge Architekten sowie Stadt- und Landschaftsplaner bringen Ideen ein. Historische Erkundung aller Kasernenstandorte bescherte keine böse Überraschung

Sabine Kauke

Paderborn. Für das Alanbrooke-Gelände werden gerade Planungsdetails überarbeitet, für das Areal der Demsey-Kasernen in Schloß Neuhaus steht jetzt die Entwicklung eines Strukturkonzepts an. Und bald rückt auch schon die Planung für die Barker-Barracks an der Driburger Straße in den Fokus: Im Rahmen des renommierten Schlaun-Wettbewerbs werden sich 2018/19 junge Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner sowie Bauingenieure mit der Nachnutzung des Areals beschäftigten und ihre Ideen einbringen. „Wir sind sehr froh, dass wir den Schlaun-Wettbewerb nach Paderborn holen konnten", betonte die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke bei der Sitzung der Steuerungsgruppe Konversion. „Wir werden davon profitieren", ist sie überzeugt. Der Schlaun-Ideenwettbewerb wurde 2011 vom Schlaun-Forum, ein Zusammenschluss von Architekten- und Ingenieuren aus dem Münsterland, ins Leben gerufen. Jungen Kollegen sollen damit Chancen an aktuellen Wettbewerben eröffnen werden. Namensgeber für den Ideen-Wettbewerb ist der westfälisch-lippische Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun (1695-1773), der als einer der letzten bedeutenden Architekten des deutschen Barock gilt. „Seine Heimat, das Fürstbistum Paderborn, und seine Wahlheimat Münster verdanken ihm einige ihrer schönsten Bauten", heißt es auf der Website des Forums. Für die Nachnutzung der Alanbrook-Kaserne, für die sich die Stadt das Vorkaufsrecht gesichert hat, wird momentan noch der Entwurf des Siegerbüros ARQ Architekten Ritz und Quack (Berlin) und Schoppe und Partner Freiraumplanung (Hamburg) in Details überarbeitet, so beispielsweise die Wegführungen von der Giefersstraße zum Goerdeler-Gymnasium sowie von der Pader Richtung Süden. Sozialer Wohnungsbau Unter anderem ist auch die Frage von Stellplätzen, die über die Tiefgarage hinaus entstehen sollen, noch zu klären. „Es ist ein Prozess, wird sind nicht am Ende", betonte die Technische Beigeordnete. Von den 800 geplanten Wohneinheiten sind etwa 20 Prozent, dezentral über das Areal verteilt, für sozialen Wohnungsbau in Form von Mietwohnungen und Eigenheimen vorgesehen. „Wünschenswert wäre ein höherer Anteil", betonte Grünen-Ratsherr Stefan Schwan. Auch diese Zahl sei „noch nicht in Stein gemeißelt", erklärte Claudia Warnecke. Die von SPD-Ratsherr Manfred Krugmann aufgeworfene Frage, inwiefern sich geförderter Wohnungsbau durch die sogenannte Verbilligungsklausel als wertmindernder Faktor in der Wertermittlung für das Kasernen-Areal niederschlage, sei strittig. „Interesse der BIMa ist es, dass sich die Stadt dafür gebäudescharf festlegt. Das werden wir nicht tun." Sozialer Wohnungsbau werde in jedem Fall eine Rolle spielen, betonte Bürgermeister Michael Dreier: „Der Anteil kann auch höher als 20 Prozent werden." Die Wertermittlung für das Alanbrooke-Gelände soll im Oktober beginnen, erläuterte Thomas Jürgenschellert. Dafür werde in Absprache mit der BIMa (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben) ein externer Gutachter beauftragt. Demsey-Kaserne Angesichts eines „enormen Drucks" auf dem Wohnungsmarkt müsse die Stadt parallel zur Entwicklung der Alanbrook-Kaserne „mit Hochdruck" bereits mit der Planung für die Nachnutzung der Demsey-Kaserne beginnen, erläuterte Claudia Warnecke. Für Schloß Neuhaus sei Demsey bezüglich Natur, Wohnen und Sportstätten von „herausragender Qualität", sagte Manfred Krugmann. In dem Stadtteil fehlten auch kleinräumige Gewerbeflächen. Indes ist die historische Erkundung aller fünf Kasernenstandorte abgeschlossen und hat offenbar „keine bösen Überraschungen" ans Tageslicht befördert. Die Resultate werden Anfang September vorgestellt. Kontaminationen gibt es vor allem an Verdachtsflächen wie Tankstellen und Werkstätten, Hinweise auf Dimensionen oder Sanierungskosten gibt es noch nicht.

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