Großer Andrang: Zu Beginn der Rabatt-Aktion stürmen die Fans den SCP-Fanshop in der Benteler Arena und versechsfacheen damit den Umsatz. - © Marc Köppelmann
Großer Andrang: Zu Beginn der Rabatt-Aktion stürmen die Fans den SCP-Fanshop in der Benteler Arena und versechsfacheen damit den Umsatz. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Mitgliederzahl beim SC Paderborn sinkt auf rund 5.300

Mehr als 2.000 Fans haben den Verein während der vergangenen Saison verlassen. Für die kommende Spielzeit wurden aber bereits 1.300 Dauerkarten verkauft

Birger Berbüsse

Paderborn. Als der SC Paderborn vor drei Jahren sensationell in die 1. Bundesliga aufstieg, explodierten die Mitgliederzahlen von 1.800 auf 10.500 - wohl auch, weil der Dauerkartenverkauf an eine Mitgliedschaft gekoppelt war. Nach dem Abstieg und zwei desaströsen Spielzeiten in Liga 2 und 3 hat sich die Zahl der Mitglieder mittlerweile halbiert. Zum 1. Juli verzeichnet der Verein noch genau 5.354 Mitglieder, teilte Geschäftsführer Martin Hornberger auf Anfrage von nw.de mit. Während der vergangenen Saison, die mit dem sportlichen Abstieg endete, welcher nur aufgrund der nicht erteilten Lizenz für 1860 München verhindert wurde, kündigten demnach 2.090 Fans ihre SCP-Mitgliedschaft. Wenig überraschend für Geschäftsführer Martin Hornberger angesichts der Entwicklung in den vergangenen Jahren. "Nach einem ersten Schwung von Austritten gab es jetzt noch einmal eine Welle", sagt Hornberger. Auch während der Zweitliga-Spielzeit waren deutlich mehr als 2.000 Mitglieder ausgetreten. Der Geschäftsführer verweist allerdings darauf, dass die Zahlen damit immer noch deutlich über denen vor dem Aufstieg in die Elite-Klasse des Fußballs liegen. Außerdem habe es nach dem Abstieg sogar einige Eintritte gegeben, was Hornberger als gutes Zeichen wertet: "Ich hoffe, dass wir uns jetzt stabilisiert haben." Er sei den Mitgliedern, die dem Verein treu geblieben seien, dankbar für ihre Unterstützung. Erste Verkaufsphase Sehr zufrieden ist der Verein jedenfalls mit der "sehr starken" Resonanz beim Dauerkartenverkauf für die neue Spielzeit. In der ersten Verkaufsphase für Mitglieder und bestehende Dauerkarten-Inhaber konnte der SCP mehr als 1.000 Saison-Tickets absetzen. Im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr bedeutet dies nach Vereinsangaben eine Steigerung von 50 Prozent. Seit Dienstag sind die Dauerkarten auch im freien Verkauf erhältlich. Und auch da zeichnet sich in den ersten Tagen ein positiver Trend ab. 300 Karten wurden bislang erworben. Vergleichswerte zum Vorjahr liegen zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht vor. Die bislang insgesamt 1.300 verkauften Saison-Tickets wertet Martin Hornberger so: "Das Interesse am SC Paderborn ist wieder da." Dafür hat der Geschäftsführer zwei Gründe ausgemacht. Neben dem sportlichen Konzept von Markus Krösche und Steffen Baumgart hat laut Hornberger die neue Preispolitik dazu geführt, dass die Leute wieder Spaß hätten. Wie berichtet, werden die Karten für die Heimspiele des Drittligisten künftig zum Teil deutlich günstiger als in den Vorjahren. Das sei von den Fans "sehr positiv" aufgenommen worden, berichtet Hornberger. Es habe nach Bekanntgabe der Preise einige schriftliche aufmunternde Bekundungen gegeben. "Das tat gut", sagt Hornberg mit Blick auf die schwierige Zeit zum Ende der vergangenen Spielzeit. Gut angenommen wurde laut Hornberger auch die Rabatt-Aktion im SCP-Fanshop, die Präsident Wilfried Finke Ende Mai ins Leben gerufen hatte, um die damalige Finanzierungslücke von 2 Millionen Euro zu schließen. Wie viel von der Ware mit einem Gesamtwert von 250.000 Euro bislang verkauft wurde, wollte Hornberger nicht verraten, spricht aber von einem "klaren Bekenntnis der Fans". Zu Beginn hatte sich der Umsatz im Shop versechsfacht. Die Aktion läuft noch bis zum 4. Juli. Bis dahin gilt bei den Dauerkarten noch die Devise "19 Spiele zum Preis von 16". Der Verein kalkuliert mit 6.200 Zuschauern pro Spiel, das sind 700 mehr als der tatsächliche Schnitt von 2016/17.

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