Die Richter honorieren ein Geständnis mit zwei Jahren auf Bewährung. - © picture alliance / prisma
Die Richter honorieren ein Geständnis mit zwei Jahren auf Bewährung. | © picture alliance / prisma

Paderborn Für 11.000 Euro Zigaretten gestohlen

Amtsgericht: Die Richter honorieren ein Geständnis mit zwei Jahren auf Bewährung. Die Namen der Hinterleute des Einbruchs nennt der 21-jährige Täter aus Angst vor einer Racheaktion nicht

Jutta Steinmetz

Paderborn. Fette Beute machten Einbrecher, als sie vor zwei Jahren einen Kiosk in der Bahnhofstraße heimsuchten. Schließlich waren es für 11.000 Euro Zigaretten und Tabak, die sie in Müllsäcken fortschafften. Doch die Freude währte nur wenige Zigarettenlängen. Jetzt wurde ein 21-Jähriger aus dem Einbrecher-Trio zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, die das Jugendschöffengericht zur Bewährung aussetzte. Damit honorierten die Richter das Geständnis des Angeklagten. Dieser hatte nämlich, nach mehreren vergeblichen Anläufen der juristischen Aufarbeitung, eingestanden, Mitglied des Trios gewesen zu sein. Dieses war der Polizei schon kurz nach der Tat ins Netz gegangen, hatte doch eine Zeitungsbotin ihre Augen schon zur frühen Stunde weit offen gehabt. Zwar konnten die Fahnder neben den drei jungen Burschen auch das Einbruchswerkzeug nebst 800 Glimmstängeln sicherstellen, doch die Hauptbeute war augenscheinlich schon an die Hinterleute weitergegeben. Angst vor Racheakt Deren Nahmen mochte der 21-Jährige aber nicht nennen. Er habe Angst vor einer Racheaktion, sagte sein Verteidiger. Und auch zu seinem Lohn konnte der Angeklagte nichts mehr sagen, bekundete aber, dass er aus seiner Heimat Kosovo nach Deutschland gekommen sei, um zu arbeiten. Als das nicht klappte, habe er das Angebot eines Landsmanns angenommen, bei dem Einbruch mitzuwirken. Womöglich keine Seltenheit. Oberstaatsanwalt Marco Wibbe jedenfalls rechnete diese Tat zur organisierten Kriminalität. „Südosteuropäische Banden fallen in das Land ein und heuern Landsleute an, um Geldautomaten, Geschäftsräume und Privatwohnungen aufbrechen zu lassen", sagte er in seinem Plädoyer.

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