Zum dritten Mal: Rund 150 Teilnehmer ziehen bei der Demonstration der Pader-Pride durch die Paderborner Innenstadt bis zum Rathausplatz. - © Björn Leisten
Zum dritten Mal: Rund 150 Teilnehmer ziehen bei der Demonstration der Pader-Pride durch die Paderborner Innenstadt bis zum Rathausplatz. | © Björn Leisten

Paderborn Pader-Pride in Paderborn zeigt bunte Vielfalt

150 Aktivisten gehen gegen Diskriminierung und Intoleranz auf die Straße

Björn Leisten

Paderborn. Noch immer fällt es vielen homo- oder bisexuellen Menschen schwer, ihre sexuelle Orientierung offen zu zeigen. Der Grund: Diskriminierung, wenig Toleranz in breiten Teilen der Gesellschaft und bei den Themen Partnerschaft und Adoption bis heute weniger Rechte als heterosexuelle Paare. Rund 150 Aktivisten zogen jetzt am Samstag durch die Paderborner Innenstadt und forderten Akzeptanz und Gleichberechtigung. Das Straßenfest mit Demo, Bühne, Livemusik und zahlreichen Infoständen ist der vorläufige Höhepunkt der Pader-Pride-Veranstaltungen. Mit ausgelassener Stimmung und vielen bunten Flaggen zeigten die Aktivisten, wie wichtig ihnen die Gleichwertigkeit aller sexuellen Orientierungen ist. Die Botschaft an die Öffentlichkeit: Auch abseits des Heterosexuellen gebe es ein (Liebes-)Leben, das Anerkennung und Respekt verdiene. Mit den Veranstaltungen und Festen der Pader-Pride sollen Vorurteile abgebaut und die Toleranz und Anerkennung gegenüber anderslebenden Menschen gestärkt werden. Gleichzeitig sprachen sie allen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen sowie anderen Menschen, die zum sogenannten „queeren Spektrum"zählen (kurz: LGBTIQ), Mut zu, für die eigene Orientierung einzustehen. Im Zweifelsfall auch mit fremder Unterstützung oder der Hilfe externer Organisationen. Hierfür boten auf dem friedlichen Straßenfest mehrere Infostände und ausgewählte Sozialarbeiter Auskunft und Beratung. Bereits im Vorfeld gab es zahlreiche Veranstaltungen rund um den Pader-Pride, der am 5. Mai mit einer Lesung von „Zwei Lieben" mit Rainer Vollath im Café Röhren begann. Es folgten zwei Filmvorführen, ein Gedenk-Spaziergang und Vorträge sowie Infostände zu den Themen des Pader-Pride. Organisiert wurden die Veranstaltungen vom neu gegründeten Verein Pader-Pride. Seit November vergangenen Jahres planten die 13 Gründungsmitglieder die Demonstration und das Straßenfest, das den Christopher-Street-Day als Vorbild hat. Zu den weiteren Aktivitäten des Vereins zählen die Förderung von Vielfalt und Toleranz und mit Blick auf Länder wie Malawi oder Libyen die Unterstützung von verfolgten Menschen. „Dort wäre eine Demonstration wie hier in Paderborn gar nicht erst möglich gewesen", sagt Egbert Steinhoff, Vorstandssprecher des Vereins. „Menschen, die dort ihre Homosexualität zeigen, können bis zu fünf Jahre Haft erwarten." Im Anschluss an das Straßenfest, das durch den stellvertretenden Bürgermeister Dietrich Honervogt eröffnet wurde, lud der Verein PaderPride zu einem öffentlichen Polit-Talk mit Kandidaten der Bundestagswahl ein. Zum Abschluss feierten die Aktivisten in der Mango-Bar.

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