Kleine Abordnung: Einige Querschläger führen den Demonstrationszug der Gewerkschaften am 1. Mai an. - © Johannes Kühle
Kleine Abordnung: Einige Querschläger führen den Demonstrationszug der Gewerkschaften am 1. Mai an. | © Johannes Kühle

Paderborn Paderborner Querschläger werden auf Libori wieder auftreten

Die Stadt schlägt der Samba-Gruppe einen einmaligen Auftritt auf dem Rathausplatz und ein anschließendes Konzert vor der Herz-Jesu-Kirche vor

Holger Kosbab

Paderborn. Sambaklänge auf Libori: Das wird es auch in diesem Jahr geben. Entsprechende positive Signale für einen möglichen Auftritt der Querschläger vor dem Rathaus und ein Konzert vor der Herz-Jesu-Kirche gab es im Betriebsausschuss und Ausschuss für Märkte und Feuerwehr des Stadtrats. Die genauen Details werden in weiteren Gesprächen abgestimmt und demnächst vorgestellt. Zuletzt hatte es um die Querschläger einigen Wirbel gegeben. Die Stadt Paderborn hatte der Gruppe für Libori 2017 zwar kein Verbot erteilt, aber zumindest die gelbe Karte gezeigt: Im Vorjahr habe es in der mit sehr vielen Menschen gefüllten City Probleme gegeben – mit Beschwerden wegen der Auftritte an der Leostraße und am Rathaus. Im Ausschuss präsentierte Stadtsprecher und -marketingchef Jens Reinhardt einen einmaligen Kompromiss: Demnach kann die Gruppe am zweiten Libori-Samstag von 20.30 bis 20.45 Uhr während einer Lücke im Libori-Programm auf dem Rathausplatz spielen und dann, begleitet vom Ordnungsamt, über die Marienstraße und den inneren Ring zum Platz vor der Herz-Jesu-Kirche ziehen. Hier sei ein längeres Konzert möglich, dies sei mit dem Kirchenvorstand Friedhelm Unterhalt bereits abgestimmt. Um mehr Raum zu haben, könne der Parkplatz mitgenutzt werden. Dadurch sei die Gruppe ins Libori-Geschehen eingebettet, aber auch kanalisiert, sagte Jens Reinhardt: „Ich denke, wir sollten dem Kompromiss eine Chance geben." Auftritt vor der Herz-Jesu-Kirche Die Ratsfraktion der Grünen hatte das Thema auf die Tagesordnung setzen lassen und beantragt, dass die Stadt einen Standort und einen Zeitpunkt für einen Querschläger-Auftritt zu Libori in der Innenstadt findet. „Manche Leute gehen, weil es zu laut ist, manche kommen aber auch extra dorthin, wo Musik ist", sagte Ralf Pirsig (Grüne). Die Querschläger trügen Ohrschützer, nicht aber etwa ältere Leute oder Kinder in der Stadt, sagte Brunhilde Konersmann (CDU). Die Verwaltung solle konstruktive Gespräche führen. Denn vor der Herz-Jesu-Kirche sollten alle zufrieden sein: Anwohner, Gewerbetreibende und Querschläger. Rainer Lummer zeigte sich angesichts des restriktiven Umgangs mit der Samba-Gruppe enttäuscht: „Man kann das nicht aus dem Blickwinkel des Altersheims betrachten." FDP-Ratsherr Sascha Pöppe sagte, dass Libori nun mal laut sei. Er sehe schon weitere Aktionen wie Junggesellenabschiede gefährdet. Carsten Büsse (SPD) sprach von einer begründeten Hoffnung auf eine akzeptable Lösung. Der Kopf der Samba-Trommler, Jochen Carl, findet die Idee gut, dass die Querschläger vom Rathaus wie Rattenfänger zur Herz-Jesu-Kirche ziehen. Er hofft aber genauso, gemeinsam mit Jens Reinhardt noch Orte zu finden, wo die Gruppe auch guerillamäßig auftreten kann.

realisiert durch evolver group