Taxi-Schild: Wenn es leuchtet, ist der Wagen frei. - © Raimund Vornbäumen
Taxi-Schild: Wenn es leuchtet, ist der Wagen frei. | © Raimund Vornbäumen

Paderborn Paderborner Taxi-Fahrer sind sauer über Konkurrenz

Forderung nach mehr Kontrollen: Auswärtige Taxen ohne entsprechende Konzessionen nehmen ortsansässigen Betrieben die Kunden weg, lautet der Vorwurf. Auch von Bedrohungen ist die Rede

Sabine Kauke

Paderborn. Paderborner Taxi-Unternehmer sind sauer. Der Grund: Kollegen aus dem Kreis Paderborn schnappen ihnen in der Domstadt Fahrgäste weg. Das Taxi-Gewerbe ist ein hartes Geschäft, der Konkurrenzdruck groß. Allein im Paderborner Stadtgebiet gibt es um die 20 Unternehmen, die Fahrgästen ihren Dienst anbieten. Um so ärgerlicher ist es für sie, wenn Taxi-Betriebe aus dem Paderborner Kreisgebiet auch noch ein Stück vom Kuchen haben wollen. "Es gibt Unternehmen, die nur Konzessionen für Orte im Kreisgebiet haben, aber sich beispielsweise am Paderborner Hauptbahnhof, am Westerntor oder nachts in der Nähe des Clubs Residenz am Abdinghof hinstellen und dort Fahrgäste aufnehmen. Und wir Paderborner schauen in die Röhre", berichtet ein Selbstständiger, der ungenannt bleiben möchte. Dieses Verhalten ist aber nicht erlaubt. Jedes Taxi, dass in Paderborn an einem Taxistand für Fahrgäste bereit steht, muss im Besitz einer entsprechenden Konzession sein. Die bekommt, wer einen Betriebssitz vor Ort hat. Ein Taxi aber, das über keine Konzession für die Stadt Paderborn verfügt, sondern an einem anderen Ort gemeldet ist, darf zwar Fahrgäste beispielsweise aus Büren nach Paderborn bringen, sich im Stadtgebiet aber nicht auf einen Taxiparkplatz stellen und dort auf Fahrgäste warten. Einen Gast aufnehmen darf er nur dann, wenn der ihn telefonisch bestellt und quasi zum Standort gerufen hat. Dann muss auch das gelbe Taxi-Licht ausgeschaltet sein. "Es gibt fast 20 Autos, die gar nicht nach Paderborn gehören", schimpft ein anderer Taxifahrer und beklagt: "Wir verdienen immer weniger." Stelle man die Fahrer, die nichts in Paderborn zu suchen hätten, zur Rede, werde man "ausgelacht und teils sogar bedroht", berichtet ein Taxi-Unternehmer: "Einem Kollegen wurde ein Zehn-Liter-Eimer mit flüssigem Vogelkot in den Wagen gekippt." "Bei dauerhaftem Verstoß kann die Konzession entzogen werden" Der finanzielle Schaden sei immens gewesen. "Nicht mehr tragbar", sei diese Situation, fordern Paderborner Taxi-Fahrer vor Ort mehr Kontrollen von der Ordnungsbehörde. Drei Unternehmer haben deshalb in der Stadtverwaltung vorgesprochen, doch verantwortlich ist in erster Linie der Kreis Paderborn als zuständige Ordnungsbehörde. "Es werden punktuell Vor-Ort-Kontrollen durchgeführt", sagt Angie Reeh, Leiterin des Straßenverkehrsamtes des Kreises, auf Anfrage der NW. Es gebe immer wieder Hinweise, denen nachgegangen werde. Allerdings sei es manchmal auch sehr schwierig, das Fehlverhalten zu beweisen. Bei einem Anlass oder bei Auffälligkeiten kontrolliere auch die Polizei Konzessionen, erläutert Polizeisprecher Michael Biermann auf Nachfrage. Verstöße werden zur Anzeige gebracht. "Bei dauerhaftem Verstoß kann die Konzession entzogen werden", erläutert Angie Reeh. Nach Auffassung von Paderborner Taxi-Fahrern wird von der Ordnungsbehörde viel zu wenig kontrolliert. Mehrere Unternehmer haben sich jetzt zusammengeschlossen und einen Rechtsanwalt eingeschaltet.

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