Paderborn Fünf Fragen an Günter Koch, Landtagskandidat der AfD in Paderborn

Landtagswahl am 14. Mai: Paderborner AfD-Kandidat verteidigt Auftritt von Björn Höcke

Der Kreisverband Paderborn der AfD war in der Vergangenheit besonders aktiv. Paderborn stand durch zahlreiche Veranstaltungen mit prominenten Rednern im Zentrum des Interesses. Trotzdem reichte es für Sie nur zum Listenplatz 42. Sind Sie enttäuscht? Günter Koch: Natürlich hätte ich mich gerne auf einen aussichtsreichen Listenplatz gesehen. Nicht hauptsächlich wegen meiner Person, mehr um die Arbeit des Kreisverbands Paderborn in den letzen Monaten zu würdigen. Mir persönlich geht es nicht um ein Landtagsmandat, ich bringe meine Ideen und Vorstellungen in die AfD ein und diene damit Deutschland. Als Projektleiter im Wahlkampfteam Technik des Landesverbands NRW für die Landtagswahl und als Landesvorsitzender der AVA e. V. wird meine Stimme und damit die des Kreisverbands Paderborn in einer zukünftigen AfD Fraktion NRW nicht untergehen. In Ihrem Wahlprogramm gibt es immer wieder Forderungen, die auch von anderen Parteien erhoben werden. Damit hebt man sich nicht gerade ab. Wollen Sie normaler scheinen als Sie sind? Koch: Wir wollen diese Forderungen durchsetzen! Die Altparteien reden viel und gerne. Mit welchen Ergebnis? Die SPD tritt in NRW mit dem Slogan soziale Gerechtigkeit an. Was hat die Partei in den letzten knapp 70 Jahren in NRW gemacht? Wir treten ein für Begrenzung der Leiharbeit, Verlängerung von ALG I. Wir fordern schon lange ein Einwanderungsgesetz, das Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte fördern und an Stelle unkontrollierter Masseneinwanderung stehen soll. Die SPD hat diesen Vorschlag wieder hervorgeholt. Von der SPD ist aber nicht zu erwarten, dass sie für eine geregelte Einwanderung sorgen wird, da schon die Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nur tröpfchenweise und unter finanziellem Millionenaufwand geschehen, wie zuletzt die Abschiebung weniger Afghanen per Flugzeug. Die AfD in Paderborn hat schon im vergangenen Jahr ausgerechnet den auch damals schon wegen seiner völkisch-rechtsnationalen Äußerungen heftig kritisierten Thüringischen Landesvorsitzenden Björn Höcke eingeladen und damit ihre Nähe zu ihm gezeigt. Wen wollen Sie mit dieser Auswahl ansprechen? Koch: Wir haben ein breites Meinungsspektrum innerhalb der AfD und unter unseren Wählern, das von Liberalkonservativen, wie unseren Landesvorsitzenden Marcus Pretzell über ehemalige SPDler, wie mich und Guido Reil oder eben das nationalliberale Lager um Björn Höcke viele Ansichten einschließt. Auf unseren Paderborner Demos traten dementsprechend auch die genannten Persönlichkeiten auf. Was werden mögliche Wählerinnen davon halten, dass die AfD in ihrem Wahlprogramm ausgerechnet Männer und Jungen für benachteiligt hält? Sogar an Depressionen und Delinquenz soll die angeblich "mangelnde männliche Orientierung im vorschulischen und schulischen Bereich" laut einer Ihrer Thesen schuld sein. Koch: Interessierte Bürger haben genug von politischer Korrektheit, Gender Mainstreaming und geschlechterdiskriminierenden Gleichstellungsanstrengungen roter und grüner Regierungen. Wir treten ganz klar für Gleichberechtigung ein, aber nicht für Gleichstellung. Der aktuelle Bildungstrend entwickelt sich immer mehr zu einer ideologischen Umerziehung hin zu linken Denkmustern, wobei männliche Eigenschaften geradezu unterdrückt und infolgedessen benachteiligt werden, wie schon die Studie "Geschlechterdifferenzen im Bildungssystem" aus dem Jahr 2009 zeigte. Die AfD fordert ein Ende der Klimaschutzpolitik und setzt weiter auf fossile und nukleare Energien. Der Einfluss des Menschen aufs Klima sei nicht experimentell bewiesen, heißt es, trotz ungezählter das Gegenteil nahelegender Messdaten. Warum verweigern Sie sich den Fakten? Koch: Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich um eine Theorie, Sie sagen es selber: die Messdaten beweisen nicht, sie legen nur nahe. Die Fakten sagen, dass Deutschland den unglaublich geringen Anteil von unter drei Prozent am weltweiten CO2-Ausstoß hat, während der CO2-Ausstoß jährlich steigt, sowohl in Deutschland als auch weltweit, dafür werden jedoch voraussichtlich 520 Milliarden Euro aufgewendet. Die Energiewende kostet eine vierköpfige Familie direkt und indirekt knapp 1.000 Euro pro Jahr - Geld, das den Kindern fehlt. Und selbst wenn wir 100 Prozent erneuerbare Energien hätten, wären wir bei Nacht und bei Windflauten mangels Speichermöglichkeiten von Stromausfällen bedroht, eine Katastrophe für ein Hochtechnologieland.

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