Mit Sicherheit Sieveke: So steht es auf den Plakaten des CDU-Kandidaten. - © Holger Kosbab
Mit Sicherheit Sieveke: So steht es auf den Plakaten des CDU-Kandidaten. | © Holger Kosbab

Paderborn CDU-Kandidat wirbt mit Hashtag, der online nicht auftaucht

Wahlkampf: Der Paderborner Daniel Sieveke wirbt auf Plakaten mit einem individuellen Hashtag. Eine großangelegte Social-Media-Kampagne scheint nicht dahinter zu stecken

Lena Henning

Paderborn. Hashtags sind hip. Das hat sich inzwischen auch unter den Politikern herumgesprochen, für die das Internet lange Zeit noch Neuland war. Kaum eine Partei, die im Landtagswahlkampf ohne auskommt: „#NRWIR" plakatiert die SPD landesweit. In Paderborn hat sich der CDU-Kandidat Daniel Sieveke für den Slogan „#mitSicherheitSieveke" entschieden. Überall in der Stadt ist er auf den Plakaten der CDU zu lesen. Doch wer im Internet danach sucht, wird enttäuscht. Online taucht der Hashtag kaum auf. Begriffe verschlagworten Hashtags – oder für weniger internetaffine Menschen bekannt als die Raute (#) auf dem Telefon – werden im Netz verwendet, um Begriffe zu verschlagworten. Auf Facebook haben sie sich nie wirklich durchgesetzt. Auf Twitter dagegen dienen sie dem Zweck, in der Fülle an Beiträgen, die in Echtzeit gepostet werden, den Überblick zu behalten. Zum Beispiel bei Großereignissen wie dem Brexit oder Fußballspielen lassen sich über die Suche bestimmter Schlagworte Beiträge anderer Nutzen finden. Auch Unternehmen nutzen die Funktion inzwischen, um sich online als Marke zu etablieren. #gutenmorgen #aufdemwegzurarbeit #mitsicherheitsieveke Ein Beitrag geteilt von Daniel Sieveke MdL (@danielsieveke) am 12. Mär 2017 um 21:44 Uhr Online kaum Beiträge Wenn der Hashtag als Social-Media-Kampagne wirken soll, gehört allerdings mehr dazu, als ihn auf ein Plakat zu schreiben. Bei Facebook findet sich zu „#mitSicherheitSieveke" bisher genau ein Beitrag. Twitter antwortet auf die Suchanfrage freundlich: „Seltsamerweise wurde für deine Suchanfrage nichts gefunden" (Stand Mittwochmittag). Auch anderen Twitter-Nutzer ist das inzwischen schon aufgefallen. „#Hauptsache #irgendwas #mit #Hashtag" schreibt ein Nutzer zum Foto eines Sieveke-Wahlplakats. Erschwerend kommt hinzu, dass der Hashtag nicht eindeutig ist – viele Nutzer denken, es sollte einfach nur „#mitSicherheit" heißen. #hauptsache #irgendwas #mit #hashtag 🙄 #mitsicherheit #nrwir pic.twitter.com/kv9uZpn2uw — Achim Schumacher (@achimschumacher) 14. April 2017 „Der Hashtag lebt", widersprechen die Mitarbeiter im Paderborner Büro von Daniel Sieveke. Sie verweisen auf Instagram. Dort finden sich tatsächlich immerhin 13 Beiträge, zehn davon von Sieveke persönlich: Bilder aus dem Landtag, Fotos von Zugfahrten. Eher wenig politische Botschaften. Kommentar Nur weil's gut aussieht? Geht so Wahlkampf im 21. Jahrhundert? Oder versucht hier ein Kandidat sich als besonders modern darzustellen, aber bekommt es nicht so richtig hin? Sieveke nutzt den individuellen Hashtag immerhin alleine und hat im Unterschied zur NRW-SPD kein großes Kampagnenteam hinter sich. Ob der Hashtag als reines Designelement auf dem Plakat überzeugt, entscheiden am Ende die Wähler. Kontakt zum Autor

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