Einigung mit Kreis erzielt: Bei Einsätzen, bei denen ein hoher Bedarf an Rettungsmitteln besteht, dürfen nun auch wieder Reserverettungswagen mit Brandschutzpersonal eingesetzt werden. Das war im bisherigen Rettungsdienstbedarfsplan untersagt. - © Marc Köppelmann
Einigung mit Kreis erzielt: Bei Einsätzen, bei denen ein hoher Bedarf an Rettungsmitteln besteht, dürfen nun auch wieder Reserverettungswagen mit Brandschutzpersonal eingesetzt werden. Das war im bisherigen Rettungsdienstbedarfsplan untersagt. | © Marc Köppelmann

Paderborn Rekordjahr für die Paderborner Feuerwehr

Jahreshauptversammlung: 2.010 Brandschutz- und Hilfeleistungseinsätze. 1.001 Mitglieder zum Jahresende. Einigung über Reserverettungswagen

Ralph Meyer

Paderborn-Sande. Für die Paderborner Feuerwehr ist 2016 ist Rekordjahr in jeder Beziehung. Zu einen war es das einsatzstärkste Jahr mit dem größten Brand der Nachkriegszeit, zum anderen überschritt die Zahl der Paderborner Feuerwehrleute erstmals die 1.000er-Grenze. Mit einem Blumenstrauß begrüßte Wehrführer Ralf Schmitz bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr in der Sander Mehrzweckhalle Katharina Simon vom Musikzug Schloß Neuhaus als 1.000. Mitglied. Ein Stück weit selbst übertroffen hätten sich die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr, fasste Schmitz das ereignisreiche Jahr zusammen. Zum Jahresende zählte die Feuerwehr genau 1.001 Mitglieder. Der Frauenanteil liegt bei 10,1 Prozent. Den Löschzügen gehören 366 Miglieder an, hauptberuflich tätig sind 206 Feuerwehrleute. Die Ehrenabteilung zählt 163 Mitglieder, 114 gehören der Jugend- und weitere 29 der Kinderfeuerwehr an. Die Musik treibenden Züge haben 116 Mitglieder. Mit 2.010 Einsätzen im Brandschutz- und Hilfeleistungsbereich steig die Einsatzbelastung der Wehr um 132. Bei den freiwilligen Einheiten stehen während der Arbeits- und Freizeit jeweils im Durchschnitt acht Feuerwehrleute zur Verfügung. Fast zwei Drittel davon sind Atemschutzgeräteträger. Das Einsatzspektrum im vergangenen Jahr reichte vom brennenden Mülleimer bis zum Großbrand des Schlachthofes. 243 Mal rückten Einheiten zur Ölspurbeseitigung aus. Dabei wurden 30 Tonnen (Vorjahr: 19 Tonnen) Bindemittel ausgebracht. Erleichterung soll künftig das Ölspurbeseitigungsfahrzeug bringen Zum Rettungsdienst stellte Schmitz fest, dass 1.759 Einsätze in den drei Rettungswachen nicht mit regulär besetzten Rettungswagen aus dem eigenen Wachbereich bedient wurden. 865 davon fielen in den Bereich der Wache Nord. "Das unterstreicht die Notwendigkeit eines zweiten, fest besetzten Rettungswagens rund um die Uhr auf der Wache Nord." Auch die "strategisch ungünstigen Standorte der Notarzteinsatzfahrzeuge" stießen auf die Kritik die Kritik des Wehrführers, da sie zu einer ungleichen Belastung der Notärzte führen Positiv bewertete Schmitz eine Absprache mit dem Kreis, wieder Reserverettungswagen mit Brandschutzpersonal besetzen zu können, um Spitzenbedarf abdecken zu können. Angestellte Rettungsdienstler dürfen bei der Feuerwehr im Gegensatz zu anderen rettungsdienstlichen Aufgabenträger nicht im 24- Stunden-Dienst eingesetzt werden. Ein Schreiben des Bürgermeisters ans land wartet seit einem Jahr auf eine Antwort.Die Feuerwehr wartet ungeduldig auf den Baubeginn für die Rettungswache Süd neben der Feuerwache, um Platzprobleme zu lindern. Das auf der wache untergebrachte Personal hat sich 1999 mehr als verdoppelt. Außerdem forderte Schmitz eine Entlastung des Ehrenamtes von bürokratischen Auflagen und Hürden. Bürgermeister Michael Dreier bezeichnete die enge Verzahnung von Haupt- und Ehrenamt bei der Feuerwehr als unverzichtbar und nannte die Feuerwehr eine "Säule der kommunalen Daseinsfürsorge". Für die Ausrüstung von Feuerwehr und Rettungsdienst investiert die Feuerwehr in den Jahren 2016/2017 rund fünf Millionen Euro in Fahrzeuge, Geräte, persönliche Schutzausrüstung sowie Informantions- und Kommunikationstechnik. Landrat Manfred Müller zeigte sich erfreut, dass Aggressionen gegen Feuerwehr und Rettungsdienst nur "in nicht nennenswertem Umgang" sichtbar würden und lobte die aktive Nachwuchsarbeit.

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