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Paderborn Wie aus dem Heeresverpflegungsamt ein Wohnparkt wurde

Eine Bäckerei mit eigenem Bahnanschluss

Jochem Schulze

Paderborn. Das Thema Konversion ist in der Stadt weiterhin in aller Munde. Aktuell steht die ehemalige Infanteriekaserne an der Elsener Straße (Alanbrooke Barracks) im Mittelpunkt der Debatte. Die Crocker Barracks aber sind beinahe schon in Vergessenheit geraten. Das zwölf Hektar große Kasernengelände zwischen Schloß Neuhaus und Sennelager war bereits im Jahr 2002 von den britischen Streitkräften geräumt worden. Inzwischen sind hier längst der Wohnpark Thune und der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Schloß Neuhaus entstanden. Die Alliierten hatten die Kaserne nach dem Kriegsende 1945 übernommen. Die riesigen Gebäude waren von der Wehrmacht in den Jahren 1936 bis 1938 als so genanntes Heeresverpflegungshauptamt errichtet worden. Die Anlage bestand aus einer Heeresbäckerei und vier Getreidespeichern. Diese waren längs der Bielefelder Straße in Nord-Süd-Richtung angelegt, so dass der vorherrschende Wind aus Richtung Westen das gelagerte Getreide belüften konnte. Das Gelände verfügte über einen eigenen Bahnanschluss. Die Speicher wurden im Jahr 2006 gesprengt. Auch in der Innenstadt war im vergangenen Jahrhundert an der Ecke Riemekestraße/Ferdinandstraße ein Königliches Proviantamt zu finden. Das dazugehörige Körnermagazin an der Ecke Ferdinandstraße Schulstraße wurde kurz vor dem Kriegsende 1945 zerstört und lag lange als Trümmergrundstück brach. Die Heeresbäckerei an der Schulstraße überstand den Krieg, wurde später von einem Elektrogeschäft als Landelokal genutzt und in den 1980er Jahren abgebrochen. Das Areal wurde anschließend komplett überbaut. Haben Sie auch eine Frage, liebe Leserinnen und Leser? Dann schreiben Sie uns unter paderborn@nw.de oder an die Gertrud-Gröninger Straße 12 in 33102 Paderborn. Wir versuchen, Ihre Fragen zu beantworten und veröffentlichen Antworten immer montags an dieser Stelle.

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