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Paderborn Stadt prüft Bibliotheksumzug

Kulturausschuss: Die Verwaltung soll untersuchen, ob die Kinder- und Computerbibliothek verlegt werden kann. Diskutiert wird zudem über Nutzungsgebühren und freie Eintritte

Holger Kosbab

Paderborn. Die Kinder- und Computerbibliothek wird möglicherweise aus der Rosenstraße verschwinden. Es wird geprüft, ob sie im Zuge des Umbaus der Stadtverwaltung an den Abdinghof verlegt werden kann. Ein entsprechender Antrag von Dieter Honervogt (CDU) wurde bei den Haushaltsberatungen im Kulturausschuss des Rats einstimmig angenommen. Ganz neu ist diese Idee nicht, schon unter dem früheren Bürgermeister Heinz Paus gab es solche Überlegungen. Der zuständige Dezernent Wolfgang Walter würde es aber "deutlich begrüßen". Allerdings sei unklar, ob es am Abdinghof, der nach dem Kauf der Hoppenhof-Immobilie als zweiter Hauptstandort der Stadtverwaltung ausgebaut werde, entsprechend Platz sei. Es würde zu einem kommunalen Anlauf- und Begegnungszentrum passen, zu dem der Abdinghof werden soll, sagte Walter. Zudem werde seit Jahren diskutiert, die Bibliotheksstandorte auf zwei zu reduzieren. Neben der Stadtbibliothek am Rothoborn sind am Marienplatz Büro- und Lagerflächen angemietet, für die am Abdinghof Platz sein müsse. Auf diese Raumpläne kam der Kulturausschuss über einen SPD-Antrag zur Erstellung eines Konzepts zu den Perspektiven und zur Weiterentwicklung der Stadtbibliothek, den Honervogt mit seinem Vorstoß ergänzte. Hierzu wird Bibliotheksleiterin Katrin Stroth demnächst einen Bericht geben. Erneut abgelehnt wurde von der CDU- und FDP-Mehrheit der von SPD und Grünen geforderte Verzicht auf eine Jahresgebühr für die Nutzung der Stadtbibliothek. Diese sei für bildungsferne Menschen oder Asylbewerber eine Hürde und damit auch für Integration und Bildung, sagte Sabine Kramm (Grüne). Die Gebühr von 8 bis 10 Euro schrecke keinen ab, sagte Honervogt. Genauso wenig wird es mehr Geld geben, um für die Stadtbibliothek mehr Medien zu beschaffen. Ein Medium je Einwohner müsse das Ziel sein, sagte Manfred Krugmann (SPD), derzeit liegt Paderborn hier mit einem Wert von unter 0,8 deutlich unterhalb des Schnitt vergleichbarer Städte in NRW. Krugmann hatte für die Bestanderweiterung 30.000 Euro beantragt, Kramm für die Grünen 10.000 Euro. Mit der CDU stimmten FDP und FBI dagegen. Die DIP scheiterte mit ihrem Vorhaben, die Aufenthaltsqualität in der Stadtbibliothek zu verbessern und für neue Sitzmöbel 10.000 Euro bereitzustellen. Wie in den Vorjahren scheiterten Grüne und SPD - gegen die Stimmen von CDU, FDP und FBI - auch mit Anträgen für einen kostenfreien Besuch der städtischen Museen und Galerien. Kramm (Grüne) schlug alternativ freiwillige Eintrittsgelder vor, die sich als Einnahmequelle bei anderen Veranstaltungen bewährt hätten. Michael Pavlicic (CDU) betonte "die Besonderheit der hoch qualitativen Ausstellungen". Zudem wolle man abwarten, wie sich die Neuordnung der Museen - das neue Kunstmuseum im Marstall in Schloß Neuhaus wurde im Sommer eröffnet, das Stadtmuseum in Paderborn und das Residenzmuseum im Neuhäuser Schloss folgen im Sommer 2017 - entwickelt. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Grünen-Antrag, zehn Musikschulstipendien für Kinder aus Haushalten, die Sozialleistungen erhielten, mit 6.000 Euro über die mögliche 50-Prozent-Ermäßigung hinaus zu fördern. Dies sei beim Nachweis der finanziellen Notwendigkeit und der Neigung schon heute machbar, sagte Kulturdezernent Carsten Venherm.

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