Festgemeinde mit Gastredner: (v. l.) Cedrik Meier, Artur Zrenner, Shuji Nakamura, Christine Silberhorn und Heinz-Siegfried Kitzerow. - © Universität Paderborn
Festgemeinde mit Gastredner: (v. l.) Cedrik Meier, Artur Zrenner, Shuji Nakamura, Christine Silberhorn und Heinz-Siegfried Kitzerow. | © Universität Paderborn

Paderborn Nobelpreisträger referiert über LED's an Paderborner Uni

Reise in die Welt der Leuchtdioden

Paderborn. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Center for Optoelectronics and Photonics (CeOPP) der Universität Paderborn hielt der Physik-Nobelpreisträger Shuji Nakamura vor über 600 Gästen im voll besetzten Auditorium maximum den Festvortrag. Bevor der prominente Gast aus Japan das Publikum mit in die Welt der Leuchtdioden (LEDs) nahm, warfen am CeOPP wirkende Professoren einen Blick zurück in die zehnjährige Geschichte der Forschungseinrichtung. So betonte Christine Silberhorn als Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Physikerin am CeoPP die Strahlkraft des Projekts, das durch exzellente Forschungsbedingungen besteche. "Wir waren anfangs nicht sehr viele Forscher, aber eine kritische Masse", freute sich CeOPP-Vorsitzender Artur Zrenner über die Entwicklung von einer kleinen Gruppe von Forschern hin zu einem bedeutenden Forschungsbetrieb. Er bedankte sich beim Sprecher des Graduiertenkollegs des CeOPP, Heinz-Siegfried Kitzerow. "Die Liste der Auszeichnungen Nakamuras weist neben dem Nobelpreis zahlreiche weitere bedeutsame Auszeichnungen auf", betonte Cedrik Meier die Bedeutung von Nakamura und dessen Forschung. Der Nobelpreisträger faszinierte das Publikum in seinem englischsprachigen Vortrag über "Die Erfindung der hocheffizienten blauen LEDs und zukünftigen Festkörper-Beleuchtung" mit beeindruckenden Forschungsergebnissen. Bei einem Blick in die Geschichte zeigte Nakamura, wie sich die LED-Technologie seit den 1960er Jahren entwickelt hat. Mit viel Humor schilderte er den beschwerlichen Weg seiner Forschungen. Als verrückt sei das Unterfangen, blaue LEDs zu entwickeln, angesehen worden. Doch Shuji Nakamura hielt an seiner Vision vom "Licht des 21. Jahrhunderts", wie es in der Begründung des Nobelpreiskomitees 2014 hieß, fest. So schaffte er 1993 den Durchbruch auf seinem Fachgebiet: die Entwicklung der blauen LED. Diese ermöglicht es, weißes LED-Licht durch Fluoreszenz zu gewinnen. Weiße LEDs sind hierdurch zwölfmal effizienter als herkömmliche Glühbirnen und zeigen sich so als nachhaltige Lichtquelle der Zukunft. Auf eben diese richtete der Redner zum Abschluss seines Vortrages das Augenmerk. "LED-basiertes weißes Licht ist super, aber laserbasiertes noch besser", blickte der an der University of California Lehrende voraus. Deshalb arbeite er mit seinen Mitarbeitern seit einigen Jahren an Lasertechnik zur Lichtgewinnung. Als Scheinwerfer in einem Auto eingesetzt, könne die Reichweite auf mehrere Hundert Meter gesteigert werden, verdeutlichte er. "Das wäre doch gerade für Deutschland klasse, wo man so schnell über die Autobahn fahren darf", befand Shuji Nakamura mit einem Lachen zum Abschluss.

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