Unfallgefahr: Falschfahrer können speziell auf Autobahnen großen Schaden anrichten. - © Archivbild: dpa
Unfallgefahr: Falschfahrer können speziell auf Autobahnen großen Schaden anrichten. | © Archivbild: dpa

Borchen Erneuter Falschfahrer auf der A 33 bei Borchen

Nur durch Vollbremsungen können zwei Autofahrer eine Kollision vermeiden

Carolin Nieder-Entgelmeier

Borchen. Wenige Stunden nach einem Unfall mit drei Todesopfern auf der A 33 bei Borchen im Kreis Paderborn, der wahrscheinlich durch einen Falschfahrer verursacht wurde, ist am Dienstag eine weitere folgenschwere Karambolage verhindert worden. Nur durch Vollbremsungen konnten zwei Autofahrer einem frontalen Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer entgehen. „Dank eines Zeugen konnte der Falschfahrer gestoppt werden", erklärte der Sprecher der Kreispolizeibehörde Paderborn, Michael Biermann. Die Polizei schaltete die Staatsanwaltschaft ein und beschlagnahmte den Führerschein. „Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs eingeleitet." Laut Biermann fuhr der 85-jährige Geisterfahrer Montagnachmittag in falscher Richtung auf die A 33 in Richtung Bielefeld. Auf der rechten Spur musste ein 64-jähriger Lieferwagenfahrer eine Vollbremsung machen, um nicht frontal mit dem Falschfahrer zu kollidieren. Auch ein bislang unbekannter Autofahrer auf der linken Fahrspur machte eine Vollbremsung, fuhr dann aber weiter. „Der Lieferwagenfahrer beobachtete, wie der Geisterfahrer nach dem Beinaheunfall wendete und dann in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung weiterfuhr", erklärt Biermann. „Der Zeuge nahm dann die Verfolgung auf und verständigte die Polizei." An der Anschlussstelle Paderborn-Elsen verließ der 85-Jährige, der mit einer Frau unterwegs war, dann die Autobahn und konnte von der Polizei gestoppt werden. Polizei froh über engagierten Zeugen Nach Angaben von Biermann können Geisterfahrer jedoch leider nicht immer angehalten werden. „Deshalb sind wir sehr froh, dass sich der Zeuge engagiert hat und uns so das Stoppen des Geisterfahrers und die Aufklärung der Beinahunfälle ermöglicht hat", ergänzt Biermann. Auf der A 33 im Kreis Paderborn gab es in diesem Jahr bereits drei Falschfahrer-Unfälle mit Schwerverletzten und Toten. Am 16. Januar wendete ein 82-Jähriger und fuhr als Geisterfahrer zwischen den Anschlussstellen Paderborn-Sennelager und Schloß Holte-Stukenbrock. Bevor er frontal gegen einen Skoda prallte, rammte er zwei weitere Wagen. Zwei Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Am 30. Juni verunglückten zwei Autofahrer bei Ausweichmanövern. Der Falschfahrer flüchtete jedoch unerkannt. Geisterfahrer verursachen jährlich 80 Unfälle mit 
20 Todesopfern Ob diese Häufung von Falschfahrer-Unfällen auf der A 33 mit einem Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren gleichzusetzen ist, kann die Polizei Bielefeld, zuständig für die Autobahnen in OWL, nicht bestätigen, da es nach Angaben von Polizeisprecher Michael Kötter keine Statistik zum Thema Falschfahrer gibt. Nach Angaben des ADAC verursachen Geisterfahrer bundesweit pro Jahr rund 80 Unfälle mit 20 Todesopfern. Der ADAC rät Autofahrern bei Meldungen über Falschfahrer im Radio oder Navigationssystem zu einer Drosselung des Tempos. „Stehen bleiben sollten Autofahrer aber auf keinen Fall", warnt der Sprecher des ADAC OWL, Ralf Collatz. Autofahrer sollten zudem dem Verkehrsfluss folgen, den rechten Fahrstreifen nutzen, nicht überholen und ausreichend Abstand zum Vordermann halten. „Wer sich unsicher fühlt, sollte den nächsten Parkplatz oder die nächste Ausfahrt nutzen", so Collatz.

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