Paderborn Paderborner Pro Familia-Beratung geht wieder leer aus

Zuschussantrag: CDU-Mehrheit im Kreissozial- und Gesundheitsausschuss bleibt beim Nein

Ralph Meyer

Kreis Paderborn. Erwartungsgemäß hat der Kreissozial- und Gesundheitsausschuss den vom Pro Familia-Landesverband beantragten Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro für die Ausgaben der Beratungsstelle Paderborn abgelehnt. Bei sieben Gegenstimmen und einer Enthaltung lehnte die CDU-Mehrheit im Ausschuss den Zuschussantrag wie bereits in den Vorjahren ab. Pro Familia betreibt seit 2007 eine Beratungsstelle in Paderborn. Lediglich 2011 unterstützte der Kreis die Beratungsarbeit finanziell. Astrid Fernhomberg-Hennemann, sachkundige Bürgerin der Grünen, unterstrich, dass sich dort jährlich Hunderte von Frauen beraten ließen. Für sie sei es unverständlich, warum dies Politiker nicht akzeptierten. Zu den Ratsuchenden gehörten auch viele katholische Frauen. „Jeder Kreis finanziert Pro Familia mit, nur wir nicht“, sagte Fernhomberg-Hennemann. Bernd Schulze-Waltrup (CDU) hielt die Beratungslandschaft im Kreis für auskömmlich. Neun Stellen seien eher bereits zuviel. Außerdem erinnerte der CDU-Politiker an die übliche Praxis, dass die Träger 20 Prozent Eigenmittel aufbringen müssten. Auch dürfe die Spendenbereitschaft nicht verkannt werden. Kreisdirektor Ulrich Conradi betonte, der Kreis betreibe weder für noch gegen einzelne Verbände Politik. Die Hälfte der Beratungsstellen werde nicht gefördert. Dazu gehöre auch Pro Familia. Jürgen Schmidt (SPD) sagte: „Wenn 500 Frauen dort hingen, ist das System nicht auskömmlich.“ Er bedauerte auch, dass die wichtige schulische Arbeit von Pro Familia nicht gewürdigt werde. Astrid Fernhomberg-Hennemann bezeichnete sich als „Anwältin von Pro Familia“ und erklärte an die Adresse der CDU: „Sie treten die Meinung von 500 Frauen mit den Füßen.“

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