Deutlich zu erkennen: Der naturnahe Verlauf der Alme ist wieder hergestellt. Landrat Manfred Müller (l.) und Johannes Schäfers, stellvertretender Betriebsleiter und zuständiger Projektingenieur des WOL, freuen sich sichtlich über das Ergebnis. - © Kreis Paderborn
Deutlich zu erkennen: Der naturnahe Verlauf der Alme ist wieder hergestellt. Landrat Manfred Müller (l.) und Johannes Schäfers, stellvertretender Betriebsleiter und zuständiger Projektingenieur des WOL, freuen sich sichtlich über das Ergebnis. | © Kreis Paderborn

Paderborn Die Alme mäandert wieder durchs Paderborner Stadtgebiet

Renaturierung: Auf 500 Metern gibt es wieder Windungen und Buchten

Paderborn. Die Alme erhält auch im Stadtgebiet von Paderborn ein naturnahes Aussehen zurück. Statt eines schnurgeraden Verlaufs hat der einzige Karstfluss in NRW auch an dieser Stelle wieder mehr Platz bekommen und kann durch die Auenlandschaft mit den für diesen Fluss charakteristischen Windungen und Buchten fließen. Im Bereich der Kleingartenanlage "Zwischen den Almen" unterhalb der B1-Brücke Richtung Salzkotten wurde nun ein weiterer rund 500 m langer Abschnitt renaturiert. Im Oktober rückten die Bagger an, um Erdreich auszuheben, das an anderer Stelle wieder angefüllt wurde. Die Planer orientierten sich dabei an den im Gelände noch erkennbaren Rinnen, durch die der Fluss einst führte. Durch die Korrektur des ehemals gestreckten Verlaufs der Alme ist sie an dieser Stelle um 100 m länger geworden. Durch geringe Einschnittstiefen und zusätzliches Absenken der Vorlandbereiche wird ein häufiges Überfluten der Aue gefördert, was auch dem Hochwasserschutz dient. Träger der Maßnahme ist der der Wasserverband Obere Lippe (WOL) in Kooperation mit der Stadt Paderborn. Als Reaktion auf das verheerende Hochwasser 1965 waren viele Bäche und Flüsse begradigt worden. "Jetzt heißt es 'zurück zur Natur', um diese Fehler wieder zu beheben", erläutert Landrat Manfred Müller, Verbandsvorsteher des WOL. Die Maßnahme diene auch dazu, die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Gemeinschaft umzusetzen. Ziel sei es, alle natürlichen Gewässer in allen Mitgliedsstaaten auf einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Der ökologische Zustand der Alme zwischen Schloß Neuhaus und Büren war in 2013 als mäßig bewertet worden. Im Stadtgebiet von Paderborn, zwischen Schloß Neuhaus und Barkhausen, wurden insgesamt elf Bauabschnitte gebildet, die in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden sollen. Der vor Ort zur Profilierung der neuen Verlaufes gewonnene Boden wurde vollständig genutzt, um das alte, gerade und tief eingeschnittene Flussbett aufzufüllen. "Da nur Müll oder Bauschutt abgefahren werden musste, konnten die Kosten mit rund 50.000 Euro sehr gering gehalten werden", betont Johannes Schäfers, stellvertretender Betriebsleiter und zuständiger Projektingenieur des WOL. Bereits im Vorfeld der dreiwöchigen Bauzeit spielte auch das Wetter mit. Die ausbleibenden Regenfälle, die eigentlich nicht gut sind für den Wasserhaushalt der Natur, erwiesen sich hier als vorteilhaft für die Baumaßnahmen. Die Alme war trocken, was die Baggerarbeiten erleichterte. Jene Fische, die sich nach und nach in die noch vorhandenen Tiefen mit Wasser zurückgezogen hatten, konnten dank vieler Helfer ins rettende Nass gesetzt werden. Noch in diesem Jahr plant der Wasserverband Obere Lippe eine Exkursion an dieser Stelle durchzuführen. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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