Drehen am nächsten "Bond": Julian Schlangenotto, Timo Deutschmann, Luca Olszewski, Tim Olszewski, Ben Pleininger, Moritz Lütke Westhues, Sebastian Brumby (v.l.) - © Julian Schlangenotto
Drehen am nächsten "Bond": Julian Schlangenotto, Timo Deutschmann, Luca Olszewski, Tim Olszewski, Ben Pleininger, Moritz Lütke Westhues, Sebastian Brumby (v.l.) | © Julian Schlangenotto

Paderborn Sieben Jugendliche aus Paderborn produzieren mit Lego "Brick-Filme"

Sie sind für den Deutschen Multimediapreis "mb21" nominiert

Christine Warnecke

Paderborn. Im grauen Aston Martin sitzt James Bond. Luca schiebt ihn mit einer Hand ein Stückchen weiter, nur Millimeter. Sebastian schießt ein Bild, Timo kontrolliert es am Laptop. Eins von tausenden Bildern, die für den Film gebraucht werden - denn James Bond ist eine Lego-Figur, inmitten einer selbstgebauten Bergsee-Kulisse aus unzähligen Lego-Steinen im Keller eines Einfamilienhauses in Schloss Neuhaus. Aneinander geschnitten wird aus den Bildern ein "Brick-Film". 17 Bilder braucht es dafür pro Sekunde - jede einzelne Aufnahme bedeutet erneutes Justieren des Sets und Fotografieren. Viel Arbeit für die sieben Jugendlichen, die als "Hundbrax Lego Movies" die Filme produzieren und auf die Internetplattform Youtube hochladen. Sebastian Brumby, Timo Deutschmann, Tim Darms, Tim und Luca Olszewski, Ben Pleininger und Julian Schlangenotto - jeder der 13- bis 19-Jährigen hat sein Spezialgebiet: Setbau, Kamera, Schnitt, bis hin zur Webseitenbetreuung. Kennengelernt haben sie sich über gemeinsame Reisen mit dem Domchor. Für zwei ihrer Filme sind sie nun für den Deutschen Multimediapreis "mb21" nominiert, der am Samstag, 12. November, in Dresden verliehen wird. Der Preis wird unter anderem vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Landeshauptstadt Dresden gefördert. Er honoriert die kreativen Ideen junger Medienschaffender und bietet beim Medienfestival am selben Wochenende eine Bühne zur öffentlichen Präsentation der Projekte. Hundbrax sind für "Das Leben ist eine Busfahrt" und "Titanic" nominiert. Das Lego-Schiff wiegt etwa fünf Kilo, die Produktion des rund elfminütigen Films dauerte ein Jahr. Die Filme stehen der Jury zu Folge beispielhaft für die detailgenaue Arbeit der sieben Jugendlichen. "Unabhängig davon, ob wir einen Preis gewinnen, machen wir natürlich weiter", betont Sebastian Brumby, der vor etwa dreieinhalb Jahren an einem "langweiligen Wochenende" mit einer Handykamera das Filmen begann. "Was daraus geworden ist, ist schon krass." Eine fast zwei mal zwei Meter große Platte dient als Grundlage für die Kulissen. Drei Leuchten spenden Licht wie im Fotostudio, eine Spiegelreflexkamera nimmt die Bilder auf; sie steht auf einem ebenfalls selbstgebauten, ausziehbaren Holzpodest, mit dem ruckelfreie Kamerafahrten gemacht werden können. Alles, was die Jugendlichen brauchen, entwickeln oder kaufen sie in Eigenregie. "Die Filme auf Youtube werfen mittlerweile ein bisschen Geld ab, aber im Grunde haben wir kein Budget", erklärt Tim Olszewski. Ihren Youtube-Kanal haben derzeit rund 3.500 Personen abonniert, der Titanic-Film wurde mehr als 1,8 Millionen Mal angeklickt. Reichweite ist bei allem Spaß an der Sache auch ein Thema für die sieben Freunde. Auch auf Messen haben sie ihre Arbeit schon vorgestellt, zuletzt auf der weltgrößten Fotomesse "Photokina" in Köln. "Das ist schon cool, wenn die dann auf uns zukommen und uns einladen", zeigt sich Sebastian Brumby stolz.

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