Übergabefeier: (v. l.) Hans-Walter Stork, Rüdiger Althaus und Hermann-Josef Schmalor. - © Theologische Fakultät
Übergabefeier: (v. l.) Hans-Walter Stork, Rüdiger Althaus und Hermann-Josef Schmalor. | © Theologische Fakultät

Paderborn Stabwechsel an der Erzbischöflichen Bibliothek

Hans-Walter Stork übernimmt Leitung der Bibliothek von Hermann-Josef Schmalor

Paderborn. Mit einem Festakt im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät Paderborn ist Hans-Walter Stork als neuer Leiter der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn (EAB) feierlich in sein Amt eingeführt worden. Hermann-Josef Schmalor wechselt nach mehr als vier Jahrzehnten verdienstvollen Wirkens an der Bibliothek in den Ruhestand. Rund 250 Gäste nahmen an der Feier teil. Neben Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik, der Paderborner Hochschullandschaft sowie aus dem regionalen, bundesweiten und europäischen Bibliothekswesen waren auch zahlreiche Vertreter der evangelischen Kirche und des Erzbistums Paderborn anwesend, darunter Paderborns Erzbischof Hans-Josef Becker, Magnus Cancellarius der Theologischen Fakultät und zugleich verantwortlich für die Bibliothek, sowie Rüdiger Althaus, Rektor der Theologischen Fakultät. Die Festrede zum Thema "Sammeln - Erschließen - Bewahren: Die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek zwischen Tradition und Moderne" hielt Bibliotheksdirektor Reinhard Feldmann, Leiter des Dezernats Historische Bestände an der Universitäts- und Landesbibliothek Münster. Erzbischof Becker sprach in seiner Rede Professor Schmalor aufrichtigen Dank für seinen über 40-jährigen Dienst aus. "Kompetenz und menschlicher Umgang vereinen sich in seiner Person zum Wohle aller Nutzer", sagte Erzbischof Becker. Seine offene, kooperative und unkomplizierte Art wüssten viele zu schätzen. Dem neuen Direktor, Professor Stork, wünschte Erzbischof Becker Freude in seinem Dienst sowie Gottes Segen für seine Arbeit insbesondere unter der wachsenden Herausforderung fortschreitender Digitalisierung. Auch Professor Althaus bedankte sich bei Professor Schmalor für seinen unvergleichlichen Einsatz, sowohl persönlich als auch amtlich als Rektor im Namen der Theologischen Fakultät. Jahrzehnte lang sei Professor Schmalor der gute Geist der Bibliothek gewesen, "der hier nicht nur seinen zweiten Wohnsitz, sondern sein zu Hause hatte", sagte Professor Althaus. In seiner Dienstzeit hätten "Arbeit und Hobby, Beruf und Berufung in einer höchst effizienten Symbiose zueinander gefunden. Mit Kollegen Schmalor als ihrem Aushängeschild konnte sich unsere Bibliothek sehen lassen." Dem "Neuen", der in Paderborn wegen früherer Tätigkeiten u.a. an der Theologischen Fakultät keinesfalls fremd sei, wünschte Professor Althaus für sein Wirken Umsicht und Klugheit in Anbetracht sich wandelnder Rahmenbedingungen sowie persönliche Erfüllung und Gottes Segen. In seiner Dankesrede erklärte Professor Schmalor, dass er sich nach 40-jähriger Tätigkeit nicht von einer emotionalen Bindung oder gar Heimat freisprechen könne. "Sicherlich ist es nicht jedem beschert, einen Beruf zu finden, der sich so sehr mit den eigenen Wünschen und Interessen verbindet, wie ich das erfahren durfte. Das war nicht mein Verdienst, weshalb ich vielfältig Dank zu sagen habe." Der Leitungsverantwortung habe er sich gerne gestellt, sagte Schmalor. "Sie stützte sich auf das Vertrauen, das mir die Theologische Fakultät durch die Wahl und der Magnus Cancellarius durch meine Ernennung zum Direktor entgegengebracht haben." Bei seiner Arbeit habe er immer auf ein gut eingespieltes Team von Mitarbeitenden und auf verlässliche Kooperationspartner bauen können. Professor Stork dankte seinem Vorgänger für sein Wirken und für ihre Mitarbeiter. "Darauf kann ich nun aufbauen", betonte Stork, der in seinem weiteren Wortbeitrag erklärte, mit welchen Herausforderungen die Bibliothek zukünftig weiterhin zu rechnen habe. Denn das "Leseverhalten, die Art des Studiums, der Umgang mit wissenschaftlicher Literatur, deren Gebrauch und Rezeption haben sich seit der digitalen Revolution und seit Bologna grundlegend geändert." Auch die EAB werde verstärkt als Lernort genutzt, als "Ort der medialen Kommunikation, des digitalen und persönlichen Austausches und unbedingt auch als Hotspot, als Informations- und Wissenszentrum". Sicher bleibe dabei die Bistumsgeschichte ein sehr wichtiges Thema der EAB, allerdings bedürfe es "eines neuen Raumkonzeptes, damit die EAB ein Lernort neuen Zuschnitts sein kann", erklärte Stork. Hans-Walter Stork sind die Stadt Paderborn und ihre kirchlichen Einrichtungen nicht fremd. Denn hier wohnt und lebt der in Trier Aufgewachsene seit vielen Jahren mit seiner Familie. Philosophie, Theologie, Kunstgeschichte und Archäologie studierte er von 1979 bis 1985 in Trier und Rom. 1987 folgte die Promotion in Kunstgeschichte an der Universität Trier. 2015 wurde Stork zum Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Christian-Albrechts-Universität Kiel ernannt. Er war zuvor unter anderem als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Liturgischen Institut Trier und an der Theologischen Fakultät in Paderborn tätig. Zuletzt wirkte er seit 2003 zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und ab 2005 als Kustos der Handschriftenabteilung und Fachreferent für Theologie und Philosophie an der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.

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