Beliebtes kaufmännisches Berufskolleg: Die Ludwig-Erhard-Schule in Büren weist noch steigende Schülerzahlen auf. - © Karl Finke
Beliebtes kaufmännisches Berufskolleg: Die Ludwig-Erhard-Schule in Büren weist noch steigende Schülerzahlen auf. | © Karl Finke

Kreis Paderborn/Büren Berufskollegs bleiben vorerst in Büren

Kreistagsbeschluss von 2012 aufgehoben: Keine Zusammenlegung der kaufmännischen Einrichtungen. Ludwig-Erhard weist in der Nebenstelle steigende Schülerzahlen auf

Karl Finke

Kreis Paderborn/Büren. Zwischen unterschiedlichen Zukunftsvarianten hat sich der Paderborner Kreistag für die Beibehaltung aller heutigen Standorte der kaufmännischen und technischen Berufskollegs in Paderborn, Schloss Neuhaus und Büren entschieden. Vor einer Entscheidung über zwischenzeitlich angedachte Anbauten und Verlagerungen soll die Schulentwicklungsplanung neu überarbeitet werden. Die Kreisverwaltung verweist auf Unwägbarkeiten bei den Schülerzahlen, mögliche Auswirkungen von pädagogischen Entwicklungen und Kostenaspekte. Aufgehoben wird damit ein Beschluss aus dem Jahr 2012 zur Zusammenlegung der kaufmännischen Ludwig-Erhard-Berufskollegs in Paderborn und Schloss Neuhaus und zur eventuellen Aufgabe des Nebenstandortes in Büren. Dort werden zur Zeit 298 Schülerinnen und Schüler (von insgesamt 3.129) unterrichtet - die Zahl ist zuletzt gestiegen. Das Berufskolleg bietet für die Städte Büren, Bad Wünnenberg und Salzkotten eine wohnortnahe Beschulung. Diese sichere kurze Fahrzeiten und geringere Schülerfahrkosten, so die Kreisverwaltung - und sie stellt fest: "Die Nebenstelle erfreut sich großer Beliebtheit." Die Gebäude würden optimal genutzt und befänden sich in einem guten baulichen Zustand. In der Bürener Nebenstelle des technischen Richard-von-Weizsäcker-Berufskollegs werden rund 400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Seit einigen Jahren wird hier die gesamte Ausbildung im Holzbereich (acht Klassen) durchgeführt. Die Auszubildenden aus dem Paderborner Bereich fahren mit einem Busshuttle nach Büren. Unterrichtet wird weiterhin im Metall- und im Elektrobereich von insgesamt bis zu 16 Lehrern in Büren. Eine Aufgabe der beiden Bürener Standorte wäre aus Sicht der Kreisverwaltung nur mit Erweiterungsbauten in Paderborn denkbar. Dafür wurden Kosten von insgesamt mindestens 2,5 Millionen Euro errechnet. Die in den vergangenen Jahren insgesamt sinkenden Schülerzahlen haben zunächst keine frei werdenden Räume zur Folge, so die Verwaltung. Die rückläufigen Zahlen würden zunächst zu kleineren Klassen führen und für eine pädagogische Qualitätssteigerung genutzt werden. Kaum prognostiziert werden könnten die Auswirkungen der Flüchtlingsintegration und des gemeinsamen Unterrichts. Vor einer späteren neuen Entscheidung über die Standorte will die Kreisverwaltung verschiedene Fragen geklärt sehen: Wie sich Veränderungen durch die Digitalisierung bei Lernformen und Arbeitsplätzen auf den Raumbedarf auswirken. Wie sich rückläufige Bildungsgänge zum Beispiel für Bäcker und Fleischer weiterentwickeln. Und wie sich die Konkurrenz unter den Schulen zukünftig auswirkt.

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