Paderborn Wilde JU-Party in Paderborn kostet Bacchus-Figur einen Arm

Deutschlandtag: Die Junge Union diskutierte nicht nur über Politik, sie feierte auch

Viktoria Bartsch

Paderborn. Fernab von politischen Inhalten sorgt eine ganz andere Geschichte im Zuge des Deutschlandtages der Jungen Union (JU) für Gesprächsstoff: Samstagnacht feierten Mitglieder der JU im Anschluss an die "Schützennacht" in der Maspernhalle im Paderborner Königskeller weiter. Während der Feier wurde dort eine Bacchus-Figur gestohlen. Erst am Montagmittag tauchte diese wieder auf, allerdings nur mit einem Arm und ohne Platte, auf der die Figur befestigt war. Rückblick: Gegen 3 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag kamen die ersten Mitglieder der JU in den Königskeller, so Pächter Michael Keck. "Die Party war super. Die Leute hatten ihren Spaß", erinnert er sich. Die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU hatte für den Abend die Kneipe reserviert, auch ihren eigenen DJ brachte sie mit. Gegen 4 Uhr beobachtete Keck, wie die Holzfigur, die normalerweise fest auf einer Holzplatte verschraubt und an der Wand befestigt ist, in der Menge hochgehalten wird. Daraufhin schickte Keck eine Bedienungskraft in die Menge, "als die ankam, war die Figur schon weg." Kurzerhand wurde die Musik ausgestellt und eine Durchsage gemacht. "Mit der Bitte die Figur an der Theke abzugeben", sagt Keck. Doch da war es schon zu spät. Die Figur war weg, und die Partystimmung gleich mit. Er kontrollierte mit der Unterstützung einiger JUler ein paar Gäste. Gemeinsam schauten sie unter Jacken nach, warfen einen Blick in die Taschen, allerdings ohne Erfolg. Am Sonntagmorgen bat Florian Braun, Landesvorsitzender der Jungen Union in NRW, vom Podium im Schützenhof aus, um die Rückgabe der Figur. Gegen Mittag habe sich dann der Dieb bei Braun telefonisch gemeldet. "Er zeigte sich sehr reumütig und ihm tat der Vorfall leid", sagt Braun. "An dem Abend waren wohl Alkohol und auch ein bisschen Leichtsinn mit im Spiel." Braun habe die Entschuldigung des Diebes stellvertretend für die Junge Union angenommen und anschließend mit dem Wirt telefoniert. Wer der Dieb ist, wollte Braun jedoch nicht verraten. Da die Figur auf dem Außengelände des Hotels am Bahnhof vermutet wurde, suchten bereits am Sonntagabend einige JU-Mitglieder den Bereich ab. Vermutlich aufgrund der einsetzenden Dunkelheit ohne Erfolg, so Braun. Am Montagmittag dann die Nachricht: der Bacchus ist wieder aufgetaucht. Mitarbeiter des Hotels sind noch einmal auf die Suche gegangen und haben die Statue schließlich gefunden. Allerdings nicht ganz unversehrt. Der etwa 50 Zentimeter großen Holzfigur fehlt der Arm mit dem Weinglas in der Hand. "Mal schauen, ob der auch wieder auftaucht", sagt Keck. Ebenso fehlt die Holzplatte, auf der die Statue ursprünglich befestigt war. "Es ist schade, dass so ein toller Tag wie der Deutschlandtag ein stückweit durch diesen Vorfall überschattet wird", sagt Braun. Für sämtliche Schäden komme der Verursacher auf. Obwohl Keck den ganzen Wirbel relativ gelassen hinnimmt, kann er ein solches Verhalten nicht nachvollziehen. "Da organisiert man so eine Veranstaltung im Schützenhof, geht unter seinesgleichen feiern und dann so etwas." Das sei ein Vorfall, der hängenbleibe, da ist er sich sicher. 2013 wurde die Weingott-Statue aus dem Königskeller schon einmal geklaut. Damals hat Keck über Facebook nach dem Dieb gesucht - mit Erfolg. "Am nächsten Tag kam ein Student mit der Figur in der Hand vorbei und hat sich entschuldigt." Damit hatte sich der Vorfall für Keck erledigt. Auch bei der Jungen Union kam es vor zwei Jahren bereits zu einem ähnlichen Fall: Beim Parteitag in Bayern wurde ein Helikopter-Modell gestohlen. Dieses tauchte ebenfalls kurze Zeit später wieder auf und wurde dem Besitzer zurückgegeben, so Braun. Ob Diebstahl nun zur Tradition auf dem Parteitag der Jungen Union wird? "Davon gehe ich nicht aus. Dieses Verhalten gehört überhaupt nicht zu der Art und Weise unserer Mitglieder", sagt Braun. Obwohl eine "unglückliche Ähnlichkeit" zwischen den beiden Fällen bestehe, handele es sich aber nicht um denselben Täter, so Braun.

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