Menschen im Fokus: Wolfgang Bartels inmitten seiner Porträtfotos. - © Dietmar Gröbing
Menschen im Fokus: Wolfgang Bartels inmitten seiner Porträtfotos. | © Dietmar Gröbing

Paderborn Schwarz-Weiß-Motive in der Kulturwerkstatt

Der Hannoveraner Fotograf Wolfgang Bartels stellt 80 seiner Arbeiten aus

Dietmar Gröbing

Paderborn. Wer auf sich aufmerksam machen will, geht die Dinge am besten anders an als die Masse. Die fotografiert fast ausnahmslos digital und farbig, was bei den Mitgliedern des Fineart-Forums verpönt ist. Hier ist nichts farbig und digital, sondern schwarzweiß und analog. Ein rein handwerkliches Verfahren, das die Anhänger der Gattung begeistert. Entsprechende Bilder platzieren die Damen und Herren vom 4. bis 6. November im Ausstellungsflur der Kulturwerkstatt, wo sie auf Betrachter warten. Die müssten dem gegenwärtigen Boom zufolge eigentlich in großer Menge herbeiströmen, gibt es doch immer mehr Fotofreunde, die die analoge Fotografie als Kunstform bevorzugen. Was auch für die Mitglieder des Fineart-Forums gilt, das laut Organisator Klaus Wehner "keinen technischen Schwerpunkt" besitzt. Stattdessen fokussieren die Macher auf "wissenschaftliche wie philosophische Aspekte" der Fotografie. Wer nicht bis Anfang November warten möchte, kann seit dem Wochenende die Fotografien eines Gastausstellers bewundern. Der Hannoveraner Wolfgang Bartels präsentiert seine Arbeiten bis Dienstag, 15. November, in der Bahnhofstraße 64. Unter dem Titel "Architektur und Mensch" sind rund 80 seiner Motive zu sehen. Bartels verzichtet auf die bloße Ablichtung der fokussierten Dinge. Vielmehr versucht er, durch Reduktion auf das Wesentliche hinzuweisen. Folglich sind Sehen und Abbilden vor allem strukturell und formell motiviert. Kaum verwunderlich also, dass Bartels seine Architekturaufnahmen in Werkgruppen einteilt. Diese lauten Industriearchitektur, zeitgenössische Architektur, Nachkriegsarchitektur, Sakralbauten und historische Gebäude. Zusätzlich zum architektonischen Block sind 20 Porträtfotos von Wolfgang Bartels zu sehen. Auch diese sind streng durchkomponiert und weisen den Bildkünstler als Meister in Sachen Licht- und Schattenwurf aus. Die gewählten Bildausschnitte besitzen keinen beiläufigen Charakter, denn "Wolfgang Bartels mag keine Zufälle", wie Bernd Apke in seiner einführenden Rede bemerkte. Der Laudator wies darauf hin, dass Bartels notfalls mehrfach zu einer Lokation fährt, um die bestmöglichen Bedingungen abzuwarten. Als Resultat ergibt sich laut Apke "eine Atmosphäre der Zeitlosigkeit", die zuvorderst durch Aussparung zustande kommt. Unter anderem durch die Aussparung natürlicher Grenzen, denn Bartels scheut sich nicht, die abgebildeten Architekturen bildlich zu zerteilen. Die Zerstückelung der Motive ruft wiederum neue Architekturen auf den Plan, schärft den Blick für Horizontalen, Diagonalen, Vertikalen, Harmonien und Disharmonien. Öffnungszeiten der Ausstellung: montags bis samstags von 17 bis 23 Uhr sowie sonntags von 12 bis 18 Uhr.

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