Ausstellungseröffnung: Mit dabei waren in der Schildern-Filiale der Sparkasse Paderborn-Detmold (v. r.) Toni Papenkordt (Regionalleiter Sparkasse Paderborn-Detmold), Rita Hansjürgens (KatHO), Brigitte Dierkes, Valentina Beckin, Christine Isermann, Eva Brockmann und Dominik Neugebauer (alle Caritasverband Paderborn). - © Karl-Martin Flüter
Ausstellungseröffnung: Mit dabei waren in der Schildern-Filiale der Sparkasse Paderborn-Detmold (v. r.) Toni Papenkordt (Regionalleiter Sparkasse Paderborn-Detmold), Rita Hansjürgens (KatHO), Brigitte Dierkes, Valentina Beckin, Christine Isermann, Eva Brockmann und Dominik Neugebauer (alle Caritasverband Paderborn). | © Karl-Martin Flüter

Paderborn Kinder in Not malen ihre Gefühle

Ausstellung: Caritas hilft Jungen und Mädchen aus suchtbelasteten Familien

Paderborn. Kinder zeigen viel von sich selbst, wenn sie malen. Das gilt auch für die "Seelenbilder", die in einer Kindergruppe der Paderborner Caritas entstanden sind. Sie verraten Sorge, Angst, Trauer - und Hoffnung. Zu sehen sind sie in einer Ausstellung in der Filiale der Sparkasse Paderborn-Detmold in Schildern bis Ende September. Die Seele: Das ist ein großer, farbiger Kreis, mitten drin leuchtet sie rot. Ein farbenfrohes Bild, wären da nicht die schwarzen Vögel, die wie düstere Schatten um den Kreis fliegen. Ein Kind hat dieses zwiegespaltene Bild gemalt - als Antwort auf die Frage: "Wenn du deine Seele malen könntest, welche Farben hätte sie?" Gefragt haben die Caritas-Sozialarbeiterinnen Brigitte Dierkes und Christine Isermann. Sie leiten eine Gruppe für Kinder aus suchtbelasteten Familien - kurz "KiSuFa". Seit 2005 treffen sich Kinder einmal in der Woche, um zusammen zu spielen, zu malen, zu reden. Sie haben Eltern, die suchtkrank sind, aber als jüngste Betroffene werden die Kinder oft vergessen. Um diese Lücke zu schließen, haben sich 2005 die Suchtkrankenhilfe und die Erziehungsberatungsstelle der Paderborner Caritas zusammengetan und "KiSuFa" gegründet. Kinder können gut schweigen. Aber wenn man ihnen Farben in die Hand gibt, geschieht etwas mit ihnen. "Es kommt etwas in Bewegung", sagt Brigitte Dierkes, "die Kinder verändern ihre Bilder immer wieder." So wie der Junge, der zunächst ein großes, rotes Herz auf das Papier malte und dann in immer wieder neuen Schichten schwarze Farbe darüber legte. Vom Herz ist jetzt nur noch ein kleiner roter Fleck zu erkennen. "Den Kindern gelingt es, durch das Malen leichter auszudrücken, wie es ihnen tatsächlich geht", sagt Brigitte Dierkes über diesen Prozess. "Sie kommen in Kontakt zu sich selbst, zu ihren Gefühlen." Die vielen Sorgen künstlerisch loszuwerden, befreit und entlastet. Obwohl sie noch jung sind, bemerken sie: Etwas stimmt zu Hause nicht. Ständig wird gestritten. Ich darf nicht darüber reden. Gruppen wie bei der Caritas schaffen Freiräume. In der Gruppe merken die Kinder, dass sich etwas verändern kann, dass sie selbst Chancen und Möglichkeiten haben. So wie das Mädchen, das zwei Augen gemalt hat, mit denen es auf die Seele blickt: das "dunkle Auge" ist schwarz und abweisend, das "helle" ist bunt und freundlich. Noch ist das dunkle größer, aber das helle Auge setzt einen unübersehbaren optimistischen Gegenakzent. Auch wegen dieser hoffnungsvollen Perspektive haben die Seelenbilder in der Sparkasse viele Besucher und Betrachter verdient. Seelenbilder. Ausstellung in der Sparkasse Paderborn-Detmold in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Paderborn. Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionswoche "Sucht hat immer eine Geschichte!", Sparkassen-Filiale Schildern, bis Ende September

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