Gut gelaunt und interessiert: (v. l.) Bürgermeister Michael Dreier, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Claudia Bogedan von der Kultusministerkonferenz am Stand von Sonja und Niklas Braband. Sie haben mit ihrem Bruder Malte ausgerechnet, wie teuer es ist ein Panini-Sammelalbum zu füllen: mehr als 600 Euro. - © Marc Köppelmann
Gut gelaunt und interessiert: (v. l.) Bürgermeister Michael Dreier, NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann und Claudia Bogedan von der Kultusministerkonferenz am Stand von Sonja und Niklas Braband. Sie haben mit ihrem Bruder Malte ausgerechnet, wie teuer es ist ein Panini-Sammelalbum zu füllen: mehr als 600 Euro. | © Marc Köppelmann

Paderborn Krasse Nachwuchstüftler beim Jugend-forscht-Finale in Paderborn

Unter den 1.100 Gästen ist viel Prominenz vertreten. Die Sieger beeindrucken mit ihren Projekten

Birger Berbüsse

Paderborn. Die Boxhandschuhe wollte sie dann lieber doch nicht anziehen: Beim Rundgang durch die Jugend-forscht-Stände verzichtete Sylvia Löhrmann dankend auf eine Runde mit dem schlagenden Trainingsroboter. Auch eine Vorführung am Wasserfontänen-Stand musste ausfallen, um die Ehrengäste nicht nass zu spritzen. Ansonsten zeigte sich die NRW-Schulministerin im Heinz-Nixdorf-Museumsforum (HNF) allerdings höchst interessiert an den Leistungen und Entdeckungen von Deutschlands besten Jungforschern. "Ihr seid keine Fachidioten, sondern junge Leute, die wirklich etwas auf die Beine stellen", zollte sie den 191 Schülerinnen und Schülern ihren Respekt bei der anschließenden Preisverleihung. Die Bundessieger wurden dabei in Abwesenheit von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka gekürt, die kurzfristig wegen Krankheit absagen musste. Für sie sprang ihr Ministerialdirigent ein. Und zwar nicht sprichwörtlich, sondern buchstäblich: Stefan Luther saß schon im Zug nach Berlin, als ihn die Nachricht ereilte. 90 Sekunden blieben ihm, den Zug zu wechseln. "Ein fröhlicher Ernstfall", wie er auf der Bühne im Schützenhof anmerkte. "Wirklich krass" fand Staatssekretärin Yasmin Fahimi die Leistungen der Schüler. Bundeswettbewerbsleiter Sven Baszio verriet, dass ein Jurymitglied fast die ganze Nacht damit zugebracht habe, die Formeln des späteren Siegers nachzurechnen. HNF-Geschäftsführer Kurt Beiersdörfer betonte erneut, wie gut der Wettbewerb nach Paderborn und in die Region passe. Er bedauerte, dass ausgerechnet in diesem Jahr kein Teilnehmer aus OWL dabei sei. "Aber das zeigt eben die Objektivität der Jury", fügte er schmunzelnd an. Moderiert wurde die zweistündige Veranstaltung vor mehr als 1.100 Gästen von der Tagesschau-Sprecherin Linda Zervakis. Bekannt sei sie ja für das Vortragen von "nicht so erfreulichen Nachrichten", sagte sie. Um so mehr Spaß hatte sie am Jugend-forscht-Finale. Die Eltern seien wohl besonders stolz, mutmaßte Zervakis - "weil die Kinder endlich mal Anzug und Kleid statt Jeans oder Forscherkittel tragen". Den Trainingsroboter nannte sie "Boxsack 2.0", den drei schüchternen Chemie-Siegern, die künstliche Rubine herstellen, machte sie Hoffnung: "Damit kriegt ihr jede rum." Und den beiden Erfindern des Cocktail-Automaten warf die Moderatorin vor, dass sie ihr den "gut aussehenden Barkeeper" wegnehmen wollten mit diesem "Thermomix für Cocktails".

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