Erzbischof von Paderborn: Hans-Josef Becker. - © Marc Köppelmann
Erzbischof von Paderborn: Hans-Josef Becker. | © Marc Köppelmann

Paderborn Paderborner Erzbischof findet deutliche Worte gegen die AfD

Paderborner Bistumschef zeigt Verständnis für Bedenken angesichts der Flüchtlingssituation

Paderborn (KNA). Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat fremdenfeindliche Tendenzen in der AfD und der Pegida-Bewegung kritisiert. "Ich wende mich entschieden gegen den Missbrauch des christlichen Glaubens für Stimmungsmache gegen Ausländer und Flüchtlinge", sagte Becker der "Westfalenpost". "Für mich sind Fremdenfeindlichkeit und Rassismus mit dem christlichen Menschenbild unvereinbar." Gleichwohl habe er angesichts der zahlreichen Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, Verständnis für Bedenken. "Ängste und Befürchtungen, Ratlosigkeit und Überforderung müssen an- und ausgesprochen werden dürfen. Nur im Gespräch miteinander und im Ringen um unsere christliche Identität können wir diese Sorgen überwinden", sagte Becker. Der Erzbischof warnte davor, die Anliegen benachteiligter Menschen gegen die Bedürfnisse der Flüchtlinge und Asylsuchenden auszuspielen: "Die christliche Fürsorgepflicht gilt allen Menschen. Auch der Staat hat hier seine Hoheitspflicht zu erfüllen", sagte Becker. Im Kreis Paderborn hatte die national-konservative AfD in den vergangenen Monaten mehrfach zu Kundgebungen aufgerufen. Bei Gegendemonstrationen, zuletzt am 17. März, zeigten tausende Menschen gleichzeitig Flagge für Toleranz und gegen Ausländerfeindlichkeit.

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