Blechknäuel: Die Autos verkeilten sich bei dem Unfall ineinander. - © Marc Köppelmann
Blechknäuel: Die Autos verkeilten sich bei dem Unfall ineinander. | © Marc Köppelmann

Paderborn Massenkarambolage in dichtem Nebel auf der A 33

Ein Mensch tot / 27 Verletzte / Mehr als 150 Helfer vor Ort

Ralph Meyer

Paderborn. Bei einer Massenkarambolage von 24 Fahrzeugen am frühen Neujahrsmorgen auf der Autobahn 33 bei Paderborn sind ein 79-jähriger Bielefelder getötet und zahlreiche Personen zum Teil schwer verletzt worden. Die zunächst angenommene Zahl von 64 Verletzten korrigierte die Polizei am Neujahrsabend "deutlich nach unten", eine genaue Angabe konnte sie jedoch erst am Samstag machen. Demnach wurden elf Menschen schwer und 16 leicht verletzt. Der Unfall ereignete sich gegen 0.55 Uhr auf der Richtungsfahrbahn Bielefeld in Höhe der Anschlussstelle Paderborn-Schloß Neuhaus. Dort hatte sich in der Lippeaue eine Nebelbank mit Sichtweiten von unter fünf Metern gebildet. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt rasten 24 Autos in die weiße Wand. Innerhalb von Sekunden war die gesamte Fahrbahn von einem Blechknäuel zerfetzter Wracks blockiert. Unfallbeteiligte und Rettungskräfte sprachen später von "Sichtweite Null". Die Nebelbank habe wohl einige Fahrer zu plötzlichem Bremsen bewegt, dann seien andere Autos aufgefahren, sagte ein Polizeisprecher am Neujahrstag. Nach der Karambolage war die Autobahn bis in die Morgenstunden auf beiden Seiten gesperrt. Die Rettungskräfte mussten sich durch die große Zahl der in ineinander verkeilten Wagen kämpfen. Über dem Unfallort mit einer Länge von 150 Metern, kreiste ein Polizeihubschrauber und suchte nach Verletzten, die sich mit einem Sprung über die Leitplanke in Sicherheit gebracht hatten. Beide Spuren der Autobahn in Richtung Bielefeld wurden gegen 14 Uhr wieder freigegeben, wie die Autobahnpolizei mitteilte. Auf der Gegenseite in Richtung Brilon rollte der Verkehr laut Polizei bereits wieder am Morgen. Von den vier schwerstverletzten Opfern schwebte laut Angaben der Beamten niemand in Lebensgefahr.Aufgrund zahlreicher Notrufe hatte die Kreisfeuerwehrzentrale in Büren-Ahden um 0.57 Uhr Großalarm für die Feuerwehren und Rettungskräfte ausgelöst. Durch das Alarmierungsstichwort "Massenananfall an Verletzten" (MAV 2) wurden zahlreiche Rettungswagen aus den Kreisen Paderborn, Lippe, Gütersloh, Soest sowie der Stadt Bielefeld auf die A 33 alarmiert. Auch ein halbes Dutzend Notärzte und ein Team von Notfallseelsorgern kümmerte sich um die Unfallopfer, die teilweise auf der Rückkehr von Silvesterfeiern und daher festlich gekleidet waren. Betreuungsbus und Zelte für Unfallbeteiligte Nach einer ersten Bilanz kam bei dem Horrorunfall am Neujahrsmorgen ein Mensch ums Leben, 10 weitere Personen wurden schwer, 54 Menschen leicht verletzt. Bei vier der Verletzten bestand zunächst akute Lebensgefahr. Einsatzkräfte der Paderborner Feuerwehr durchtrennten die Mittelschutzplanken an zwei Stellen, um die Verletzten erreichen und abtransportieren zu können. Für die betroffenen Unfallteilnehmer wurden auch ein Betreuungsbus bereitgestellt und Zelte aufgestellt. Eine große Zahl der leicht Verletzten wurde später auf der Wache Süd von weiteren Notärzten gesichtet und versorgt. Mehr als 150 Helfer waren im stundenlangen Großeinsatz. Erst gegen 4 Uhr war die rettungsdienstliche Versorgung der Opfer abgeschlossen. Die Polizei sperrte die Autobahn in beiden Richtungen weiträumig ab. Die Paderborner Krankenhäuser aktivierten ihre interne Notfallpläne, um jeweils rund zehn Verletzte gleichzeitig behandeln zu können. Durch den starken Nebel und die einsetzende Glätte konnten auch die Helfer die Unfallstelle nur im Schritttempo erreichen. Das Technische Hilfswerk leuchtete die Einsatzstelle aus, und die Polizei suchte mit einem Hubschrauber die Autobahn und angrenzende Bereiche nach weiteren Opfern ab.

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