Netzwerkmitglieder: Klaus-Heiner Kaufmann (v. l.), Geschäftsführer der Caritas Paderborn, Hildegard Harmeier, Boris Voss von der Regionalagentur OWL, Martin Schoppmeier, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Höxter, Regina Schafmeister, Vorsitzende Stiftung Kolping-Forum Paderborn, Vincent Heggen, stellv. Landrat der Stadt Paderborn, Christian Ahlers, Leiter Betriebsservice Gesunde Arbeit der DRV Westfalen und Horst-Hermann Müller. - © Christian Geisler
Netzwerkmitglieder: Klaus-Heiner Kaufmann (v. l.), Geschäftsführer der Caritas Paderborn, Hildegard Harmeier, Boris Voss von der Regionalagentur OWL, Martin Schoppmeier, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Höxter, Regina Schafmeister, Vorsitzende Stiftung Kolping-Forum Paderborn, Vincent Heggen, stellv. Landrat der Stadt Paderborn, Christian Ahlers, Leiter Betriebsservice Gesunde Arbeit der DRV Westfalen und Horst-Hermann Müller. | © Christian Geisler

Paderborn Netzwerk sensibilisiert Arbeitgeber für Menschen mit Handicap

Inklusion: Vorträge klären über Ursachen, Symptome und Auswirkungen psychischer Erkrankungen auf

Christian Geisler

Paderborn. Psychische Erkrankungen sind derzeit die häufigsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, jeder Fünfte in Deutschland leidet in seinem Leben an einer Depression. Betroffene können in der Folge häufig nicht mehr in die Arbeitswelt eingegliedert werden, viele verlieren sogar ihren Arbeitsplatz. Die Veranstaltung "Inklusion" sensibilisierte Arbeitgeber hinsichtlich der Teilhabe eingeschränkter Menschen. Innerhalb von Vorträgen und persönlichen Gesprächen wurden während der Veranstaltung vorwiegend psychische Erkrankungen innerhalb der Arbeitswelt thematisiert. Die Veranstaltung ist eine Organisation des Netzwerkes "Aktion Inklusion OWL", an dem Unternehmen der Region beteiligt sind. "Inklusion gelingt, wenn Vorurteile in den Köpfen der Arbeitgeber abgebaut werden", erzählte Horst-Hermann Müller, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Paderborn in seiner Begrüßungsrede und ergänzte: "Die Situation um benachteiligte Menschen ist nach wie vor nicht rosig." In Zahlen ausgedrückt bedeute dies, dass fast sieben Prozent behinderter Menschen arbeitslos sind. Dabei seien mehr als die Hälfte aller Betroffenen als Fachkraft ausgebildet. "Das ist ein Potenzial, das kein Arbeitgeber nutzlos verstreichen lassen sollte", sagte Müller. Sowohl die Jobcenter als auch die Agentur für Arbeit würden sich mit Hilfe von "zielgerichteten Maßnahmen zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt" sehr um die Zielgruppe der Menschen mit Handicap kümmern. Hildegard Harmeier, stellvertretende Vorsitzende des Paderborner Bündnisses gegen Depressionen, stellte in ihrem Vortrag "Depressionen (in) der Arbeitswelt" Ursachen, Symptome und Auswirkungen psychischer Erkrankung heraus. "Eine wesentliche Ursache ist das Thema Bindung. In der heutigen Zeit zählt die Leistung, das Kapital eines Mitarbeiters mehr als die persönliche Bindung", erklärte Harmeier. Dabei seien Frauen von psychischen Erkrankungen häufiger betroffen als Männer. Die Faktoren für eine Erkrankung könnten unterschiedlich aussehen: Arbeits- und Zeitdruck seien ebenso Faktoren für eine Depression, wie die mangelnde Stressbewältigungskompetenz der Betroffenen. Als Folge spiegele sich das Empfinden der Mitarbeiter im Arbeitsalltag wieder. Unpünktlichkeit, mangelnde Disziplin oder einschleppendes Arbeitstempo seien üblich. Darüber hinaus gab Harmeier Anregungen für Arbeitgeber, wie diese ihre Hilflosigkeit überwinden und betroffene Mitarbeiter mit ihrer Depression gezielt begleiten können. Im Anschluss an die Vortragsreihe wurde an verschiedenen Ausstellungstischen das persönliche Gespräch mit Gästen gesucht.

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