Restrukturierung in Eigenregie: Periscope-Geschäftsführer Heinrich Ollendiek. - © NW
Restrukturierung in Eigenregie: Periscope-Geschäftsführer Heinrich Ollendiek. | © NW

Paderborn 330 Mitarbeiter bei Periscope von Insolvenzverfahren betroffen

Gehälter für die nächsten drei Monate gesichert

Paderborn (au). Das Paderborner Unternehmen Periscope, das am Heinz-Nixdorf-Ring 1 elektronische Baugruppen, Module und Geräte für Großkunden aus den Bereichen Telekommunikation und Automobilindustrie fertigt, hat Insolvenz angemeldet. Dabei hat das Amtsgericht Paderborn gestern dem Antrag des Unternehmens entsprochen, den Sanierungsprozess im sogenannten Eigenverwaltungsverfahren selbst durchzuführen, so dass die unternehmerische Verantwortung weiterhin in Händen von Geschäftsführer Heinrich Ollendiek liegt. Der Geschäftsbetrieb läuft ebenso weiter wie Lieferungen an Kunden.

Wie aus einer Mitteilung der Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp hervorgeht, wird gemeinsam mit Experten ein Sanierungskonzept entwickelt. Die Gehälter der 330 Mitarbeiter, die gestern bei einer Betriebsversammlung informiert wurden, seien in den nächsten drei Monaten über das Insolvenz gesichert. Als Ursache für die wirtschaftliche Schieflage führt die Kanzlei das Wegbrechen von zwei Großkunden an. 2014 hatte Periscope rund 100 Millionen Euro erwirtschaftet - in diesem Jahr müsse ein Rückgang um 30 Prozent kompensiert werden.

"Wir sind gezwungen, die Kosten an die gesunkenen Umsätze anzupassen, um wieder wettbewerbsfähig agieren zu können", so Ollendiek. Bisherige Maßnahmen hätten noch nicht die notwendigen Einsparungen erbracht, alles komme erneut auf den Prüfstand. Ein wesentlicher Kostentreiber seien Personalkosten, die 20 Prozent über dem Wettbewerb lägen. Im Dialog mit Arbeitnehmervertretern will Ollendiek nun "ausgewogene Lösungen" entwickeln.

Periscope entstand im Sommer 2014, als 4K Invest (München) den deutschen Firmenzweig von Flextronics kaufte. Flextronics International wiederum hatte 2000 von Fujitsu Siemens die Server-Produktion am Heinz-Nixdorf-Ring übernommen.

Vorläufige Sachverwalterin in dem Sanierungsverfahren ist die Paderborner Rechtsanwältin Sandra Bitter.

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