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Paderborn Fujitsu verlässt den Standort Paderborn: 580 Mitarbeiter betroffen

Kündigungen sollen zum 30. September 2016 wirksam werden

Peter Hasenbein

Paderborn. Der Paderborner Geldautomatenhersteller Wincor Nixdorf steckt in Übernahmegespräche, da erreicht die Paderstadt gleich die nächste Hiobsbotschaft: Der Computerhersteller Fujitsu will sich ganz aus Paderborn zurückziehen. 580 Mitarbeiter sind davon betroffen. Sie wurden am Montag auf einer Betriebsvollversammlung über die Pläne der Konzernleitung informiert. Demnach soll den Mitarbeitern bis zum 30. September 2016 gekündigt werden, der Standort selber soll bis Ende Dezember 2016 aufgelöst werden, wie Michael Erhard von der Pressestelle des Konzern bestätigte. Das Unternehmen legt zwar Wert darauf, dass „noch nichts beschlossen“ sei und alles „vorbehaltlich der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern“ zu gewichten sei, doch Hoffnung auf eine grundsätzlich positive Wende gibt es unter den Mitarbeitern nicht. „Es soll alles so sozialveträglich wie möglich gestaltet werden“, betonte Erhard. Dabei sollen auch Abteilungen erhalten werden. Zum Beispiel das Recyclingcenter. Dieser Bereich soll an eine andere Firma verkauft werden und könnte dann am Standort Paderborn erhalten bleiben. Die Entscheidung über die Schließung des Standortes Paderborn soll in der Konzernzentrale in Japan gefallen sein. Als Gründe listete Erhard den „extremen Kostendruck in der IT-Branche, den Preisverfall bei der Hard- und der Software sowie Währungsschwankungen“ auf. In Paderborn werden Forschung und Entwicklung betrieben sowie insbesondere der Kundendienst. Rund 20 Prozent der Mitarbeiter sind mit Marketing, Vertrieb und Controlling beschäftigt. Geräte werden am Heinz-Nixdorf-Ring nicht produziert. Fujitsu beschäftigt 159.000 Mitarbeiter weltweit und setzte im vergangenen Geschäftsjahr 40 Milliarden US-Dollar um. In Deutschland sind rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt.

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