Großer Andrang: Deutlich mehr Kreative als von der Veranstalterin erwartet kamen zum ersten Kreativfrühstück im Technologiepark. - © Jana Tessaring
Großer Andrang: Deutlich mehr Kreative als von der Veranstalterin erwartet kamen zum ersten Kreativfrühstück im Technologiepark. | © Jana Tessaring

Paderborn Kreative Köpfe unter sich

Premiere: Wirtschaftsförderung organisiert erstes Kreativfrühstück

Jana Tessaring

Paderborn. Autoren, Filmemacher, Designer und Musiker: Über 80 Kreative und Künstler fanden sich gestern in einem Saal der Wirtschaftsförderung (WFG) im Technologiepark zusammen, um sich über ihre Branche auszutauschen. Maria Reimer von der Wirtschaftsförderung organisierte das erste Kreativfrühstück im Rahmen des ersten bundesweiten Tages der Kultur- und Kreativwirtschaft, der unter dem Titel "Jackpot 24h" veranstaltet wird. "Ich finde es toll, dass sich so viele Paderborner für dieses Frühstück angemeldet haben, denn eigentlich hatten wir mit rund 30 Leuten gerechnet und jetzt sind über 80 Kreative hier", freut sich Maria Reimer, die bei der WFG für das Veranstaltungsmanagement und den Gründungsservice zuständig ist. Julia Ures moderierte die Diskussionsrunde, in der es darum ging, wie Künstler und Kreative ihre Rolle als Unternehmer gefunden haben und wie sie diese Rolle interpretieren. Dazu saßen Texter Christian Blecke, Grafikdesigner und Kurzfilmer Tim Rodenbröker und Erzählkünstlerin Marianne Vier auf dem Podium. Tim Rodenbröker berichtete von guten und schlechten Momenten bei seiner Arbeit, denn Kreativität funktioniere nun mal nicht auf Knopfdruck. Er sei trotzdem stets mit Leidenschaft dabei, wenn er beispielsweise Erklärvideos produziere: "Ich habe den Drang kreativ zu sein, das liegt bei uns in der Familie." Christian Blecke ist in erster Linie Werbetexter. Er hat bereits für große Einzelhandelsketten wie Real Werbekampagnen entwickelt. Auch kleinere Aufträge, wie die Gestaltung der Internetseite einer Paderborner Boutique gehören zu seinem Geschäft. Sein Tipp an Kreative: "Präsenz zeigen im Internet, auf Messen und bei Diskussionsrunden." Von einer Sozialarbeiterin zur Erzählkünstlerin hat sich Marianne Vier entwickelt, die unter anderem alten und jungen Menschen Märchen aus aller Welt erzählt. "Anfangs gab es einige die mit dem Kopf schüttelten, als ich ihnen erzählte, dass ich Erzählerin werden möchte, aber ich habe mich von dieser Idee nicht abbringen lassen und eine erzählkünstlerische Ausbildung gemacht," berichtet Vier. Sie habe das Glück, das machen zu können, was ihr Spaß mache und kann davon sogar leben. Das Thema, wie man von kreativrn Arbeit leben kann und wie man den Preis dafür gestalten sollte, nahm einen großen Teil der Veranstaltung ein. Marianne Vier ist der Meinung, dass es auch für Kreative wichtig sei, wirtschaftlich zu denken und die Gestaltung des Honorars ernst zu nehmen. Die Wirtschaftsförderung, die eine 100 prozentige Tochter der Stadt Paderborn ist, informierte die Anwesenden außerdem über die neue Crowdfundingplattform Padercrowd, mit der Projekte aus der Region mit der Unterstützung anderer realisiert werden können. Im Anschluss an diesen Programmpunkt ließen sich bei Kaffee und Brötchen Kontakte knüpfen und Ideen austauschen.

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