Organisatoren des Freundschaftsspiels mit Flüchtlingen: (v. l.) Hendrik Fielitz, Philipp Widera, Karim Ben Smida, Thomas Große Honebrink, Jörg Schroeder, Christian Schmidt, Austino Daniel, Pascal Mollet, Marco Michalski, Thomas Pape, Asier Ollo, Lukas Kopecki, Siegfried Nowak, Daniel Stock und Andry Rajuobelina. - © Hanna Passlick
Organisatoren des Freundschaftsspiels mit Flüchtlingen: (v. l.) Hendrik Fielitz, Philipp Widera, Karim Ben Smida, Thomas Große Honebrink, Jörg Schroeder, Christian Schmidt, Austino Daniel, Pascal Mollet, Marco Michalski, Thomas Pape, Asier Ollo, Lukas Kopecki, Siegfried Nowak, Daniel Stock und Andry Rajuobelina. | © Hanna Passlick

Paderborn Kicken mit Flüchtlingen

Freundschaftsspiel im Inselbadstadion: Studentin organisiert bunten Nachmittag

Hanna Paßlick

Paderborn. Im sozialen Netzwerk Facebook las Olga Bogatyrev von Flüchtlingen im Westfalen-Kolleg. "Ich dachte sofort: Die müssen sich doch langweilen, und wir sollten mal ,Hallo' sagen", sagt die Studentin. Sie kontaktierte Freunde und Bekannte. Heraus kam ein Freundschaftsspiel der Fußballer des Internationalen FC Paderborn (IFC) mit Flüchtlingen aus der benachbarten Notunterkunft. Im Inselbadstadion werden die letzten Bälle eingeräumt, zwei Helfer säubern den Grill. Bis vor einer Stunde hat hier großer Trubel geherrscht. Fußballer des IFC hatten sich mittags in Trikots auf den Weg zum Westfalen-Kolleg gemacht. "Wir wussten, dass es sprachlich schwierig werden würde, weil nicht alle Flüchtlinge Englisch sprechen", sagt Olga Bogatyrev. Deshalb die Trikots und ein Ball. Zwischen 50 und 80 Flüchtlinge folgten begeistert der Einladung. Gemeinsam ging es zum Stadion am Fürstenweg. Die Organisatoren, Helfer und Sponsoren des Nachmittags, darunter die Fußballer des IFC, des SV Sande und des SC Grün-Weiß-Paderborn, die Juso-Hochschulgruppe, die Linke und die Grünen Paderborns, Gewerkschaftsvertreter von DGW und GEW sowie der Flüchtlingsrat hatten dafür gesorgt, dass alle Altersgruppen an diesem Nachmittag Beschäftigung fanden. Wer sportlich aktiv werden wollte, für den gab es ein Trikot und die Chance, sich auf dem Feld gegen Paderborner Fußballer zu beweisen. Für kleinere Kinder hatten die Helfer eine Hüpfburg aufgebaut. Außerdem legten sie weiße Bahnen und Buntstifte aus, an denen die Kleinen sich auslassen konnten. Am Grill verteilten Siegfried Nowak von den Linken und weitere Helfer Würstchen aus Geflügel- und Schweinefleisch. "Das war ein unglaublich guter Nachmittag", resümiert Olga Bogatyrev später. Fußball sei ganz offensichtlich eine Weltsprache, denn es habe keinerlei Verständigungsprobleme gegeben. Die Flüchtlinge hätten sich sichtlich über die Abwechslung gefreut. Viele hätten auf Englisch angeboten, bei den Arbeiten zu helfen, so Bogatyrev. Solche Angebote sollte es viel häufiger geben, sagt die Studentin. "Die Flüchtlinge haben doch keine Beschäftigung und sitzen auf engstem Raum den ganzen Tag zusammen." Jeder wisse, dass Menschen Abwechslung brauchen, Neues kennenlernen müssen. "Dass die Flüchtlinge Essen bekommen und im Westfalen-Kolleg schlafen können ist ja toll, aber das ist noch lange keine Integration", bekräftigt Bogatyrev. Sie habe den Betroffenen vermitteln wollen, dass sie willkommen seien und dass es Menschen gebe, die sich Gedanken machen. "Vielleicht finden sich ja anderswo in Paderborn noch mehr Leute, die etwas tun wollen", hofft Bogatyrev. Dann könne man Veranstaltungen wie diesen Fußballnachmittag quartiersmäßig und in regelmäßigen Abständen durchführen.

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