Kurz vor der Premiere: Lukas Schmale (v. l.), Arthur Bretschneider, Marie Christoph, Dario Cariglia, Theaterpädagoge Josef Bäcker, Wayne Osborn, Richard Olbrich, Florian Steinbach und Justin Strathoff machen sich mit ihrem Stück stark für Toleranz. - © FOTO: MARTEN SIEGMANN
Kurz vor der Premiere: Lukas Schmale (v. l.), Arthur Bretschneider, Marie Christoph, Dario Cariglia, Theaterpädagoge Josef Bäcker, Wayne Osborn, Richard Olbrich, Florian Steinbach und Justin Strathoff machen sich mit ihrem Stück stark für Toleranz. | © FOTO: MARTEN SIEGMANN

Hövelhof-Hövelriege Hövelhofer Theatergruppe macht sich stark für Toleranz

Theatergruppe des SJC Hövelriege zeigt Premiere von „Xenophobia? Philoxenia!“

Marten Siegmann

Hövelhof-Hövelriege. Es geht um kulturelle Unterschiede, gesellschaftliche Konflikte, ums Fremdsein, um Moral und Mobbing. Am Sonntag, 12. April, führen die Kinder und Jugendlichen der Theatergruppe des SJC Hövelriege die Premiere des Stücks „Xenophobia? Philoxenia!“ im Sportheim des SJC Hövelriege auf. Zwischen zehn und 14 Jahren sind die Schauspieler alt. Ihre eigenen Alltagserfahrungen sind in die Handlung des Stücks eingeflossen. Gemeinsam mit Theaterpädagoge Josef Bäcker aus Bielefeld haben sie den Plot entwickelt. Jetzt, kurz vor der Premiere, probt die Gruppe jeden Tag. Eine TV-Spielshow ist Schauplatz des Geschehens. „Philoxenia“ hat die Gruppe sie getauft, „Gastfreundschaft“ lautet die deutsche Übersetzung des Wortes. „Ziel der Kandidaten ist es, bei der Show die Staatsbürgerschaft für ein fiktives Land zu erlangen“, sagt Josef Bäcker.Fremdsein bietet viel theatrales Material Doch der Weg zum Sieg ist lang: Verschiedene Wettbewerbe stehen bevor. Der Clou: „Am Ende wird es keinen Gewinner geben“, erklärt Dario Cariglia (13). „In jedem Spiel gewinnt jemand anderes. Ob irgendjemand schlechter oder besser ist als ein anderer, bleibt offen“, sagt Florian Steinbach (14). Immer wieder wird die Sendung von Werbeclips für „Xenophobia“ unterbrochen. Schon der Name deutet an, worum es dabei geht: Xenophobia, eine Abwandlung des Wortes Xenophobie, bedeutet übersetzt „Fremdenfeindlichkeit“. „Es ist ein Produkt, das aggressiv macht – sozusagen ein Mittel gegen Freundlichkeit“, sagt Bäcker. Fremdsein – das sei ein Thema, das viel theatrales Material biete. „Deshalb haben wir angefangen, zu experimentieren.“ Seit rund vier Wochen laufen die Proben und Vorbereitungen für das Stück. Auch Filmsequenzen gehören zur Aufführung. Bäcker: „Die haben die Jugendlichen selbst geschnitten. Und auch die Texte haben wir gemeinsam ausgearbeitet.“Förderung vom Bundesministerium Theaterpädagoge Martin Bretschneider hat das Konzept entwickelt und begleitet. „Wir möchten spielerisch soziale Kompetenzen vermitteln“, sagt er. Unterstützung dafür kommt von der Bundespolitik. Das Ministerium für Bildung und Forschung fördert die Kindertheaterwerkstatt innerhalb des Programmes „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Die Organisation hat der SJC Hövelriege mit Unterstützung des Jugendheims Hövelriege und der Krollbachschule Hövelhof übernommen. Auch gemeinsame Mittagessen und eine Übernachtung mit Filmabend gehörten dazu. „Die Arbeit mit der Gruppe war super“, sagt Josef Bäcker. Und auch wenn die Proben manchmal anstrengend gewesen seien, bringt Florian auf den Punkt, wobei es beim Projekt geht: „Wichtig ist doch, dass man jeden anderen erst einmal als Menschen sieht.“ Am Sonntag, 12. April, startet die Premiere von „Xenophobia? Philoxenia!“ um 19.30 Uhr am Sportheim des SJC Hövelriege, Alte Poststraße 142.

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