Gemeinsame Erinnerung: Uni-Präsident Nikolaus Risch, Dorothea Frintrop-Bechthold (Leiterin Theodorianum Paderborn), Dekan Jürgen Klüners (Fakultät EIM Uni Paderborn), Michal Winkler (Uni Paderborn), Karsten Grabenstroer (stellv. Bürgermeister Stadt PB) und Jürgen Elstrodt (Festredner Uni Münster) referierten zum Leben von Karl Weierstraß. - © FOTO: KALISCHEK
Gemeinsame Erinnerung: Uni-Präsident Nikolaus Risch, Dorothea Frintrop-Bechthold (Leiterin Theodorianum Paderborn), Dekan Jürgen Klüners (Fakultät EIM Uni Paderborn), Michal Winkler (Uni Paderborn), Karsten Grabenstroer (stellv. Bürgermeister Stadt PB) und Jürgen Elstrodt (Festredner Uni Münster) referierten zum Leben von Karl Weierstraß. | © FOTO: KALISCHEK

Paderborn "Ein großer Sohn der Stadt"

Weierstraß -Jahr an Uni eingeleitet / Mathematiker mit Paderborner Wurzeln

Ingo Kalischek

Paderborn. An einen "berühmten Sohn der Stadt" wird in diesem Jahr ganz besonders erinnert: Karl Weierstraß - einer der bedeutendsten Mathematiker des 19. Jahrhunderts - würde im Oktober seinen 200. Geburtstag feiern. Die Uni Paderborn beleuchtet mit dem "Paderborner Weierstraß-Jahr" und verschiedenen Aktivitäten das Leben und Werk des Mathematikers. Nicht ganz ohne Stolz blickt Dorothea Frintrop-Bechthold auf das Leben von Karl Weierstraß zurück. Die Leiterin des Paderborner Theodorianums betonte während der Auftaktveranstaltung zum Paderborner Weierstraß-Jahr 2015 an der Uni Paderborn: "Unsere Schule hat ein maßgebliches Verdienst an der Karriere des weltberühmten Mathematikers." Schließlich besuchte Weierstraß im Jahr 1829 das Paderborner Gymnasium und absolvierte dort nach nur fünf einhalb Jahren sein Abitur. "Normal waren eigentlich sieben Jahre", verdeutlichte der ehemalige Münsteraner Professor Jürgen Elstrodt während seiner Festrede am Dienstag. Trotz vieler Schulwechsel - aufgrund mehrerer Umzüge - glänzte der junge Karl Weierstraß in vielen verschiedenen Fächern. In Gütersloh nahm er bereits früh Lateinunterricht bei einem angesehen jüdischen Lehrer. Im Jahr 1856 wurde er schließlich Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Dort waren seine Vorlesungen ungemein stark nachgefragt: "Was Weierstraß zu erzählen hatte, gab es nirgendwo in gedruckter Form", berichtete Festredner Jürgen Elstrodt. Auch damalige Professoren besuchten die Vorlesungen des Mathematikers, der sich durch "Strenge" und "eine ungewöhnliche Ausstrahlung" auszeichnete. Seinem beruflichen Erfolg ging jedoch jahrzehntelange eiserne Arbeit voraus, wie Elstrodt unterstrich. Am 19. Februar 1897 starb Karl Weierstraß in Berlin. Die Stadt Paderborn und das Theodorianum erinnern mit einem Straßennamen und einer Gedenkstätte an den weltberühmten Mathematiker. Uni-Präsident Nikolaus Risch sagte: "Der Mann steht für Leistungsbereitschaft und für Paderborn. Durch ihn wird auch die Verbindung zwischen Stadt, Uni und den heimischen Schulen deutlich." Karsten Grabenstroer, stellvertretender Bürgermeister, fasste zusammen: "Karl Weierstraß ist ein Sohn unserer Stadt, auf den wir mit besonderem Stolz blicken." Die Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik der Paderborner Universität erinnert in mehrfacher Weise an ihn: Seit 1999 vergibt sie jährlich den "Weierstraß-Preis für ausgezeichnete Lehre". Auch eine jährliche Vorlesung mit hoch angesehenen Persönlichkeiten aus dem Gebiet der Mathematik wird seit 2011 von der Fakultät organisiert. In diesem Jahr finden - anlässlich des 200. Geburtstags - zusätzlich zahlreiche Veranstaltungen in der Uni statt.

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