(v.l.) Bartholomäus Rymek, Sozialpsychiatrische Initiative, Regina Schafmeister, Kolping-Forum, Jürgen Niggemeier, Jobcenter Paderborn, Claudia Daldrup, LWL, Thomas Stock, Jobcenter Höxter, Boris Voss, Regionalagentur OWL und Dieter Rempe, Agentur für Arbeit. - © FOTO: KATRIN CLEMENS
(v.l.) Bartholomäus Rymek, Sozialpsychiatrische Initiative, Regina Schafmeister, Kolping-Forum, Jürgen Niggemeier, Jobcenter Paderborn, Claudia Daldrup, LWL, Thomas Stock, Jobcenter Höxter, Boris Voss, Regionalagentur OWL und Dieter Rempe, Agentur für Arbeit. | © FOTO: KATRIN CLEMENS

Paderborn Experten schnitzen neue Jobs

Aktionstag zur Inklusion von Menschen mit Behinderung

Katrin Clemens

Paderborn. Teilhabe heißt das Zauberwort der Inklusion. Was in vielen Schulen mittlerweile praktiziert wird, ist in der Arbeitswelt noch nicht in Sicht. Nur wenige Firmen lassen sich darauf ein, Menschen mit Handicap einzustellen. Die "Aktion Inklusion OWL" wollte ihnen zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung einen Anstoß geben. Wie Inklusion im Job so gelingen kann, dass Unternehmer und Angestellte gleichermaßen davon profitieren, versuchen derzeit Experten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) herauszufinden. "Job-Carving" nennt sich ihr Ansatz, den sie im Hotel Aspethera vorgestellt haben. "Das Ziel ist die Entlastung des bestehenden Personals", erklärt Claudia Daldrup, die das Modellprojekt beim LWL koordiniert. "Carving" ist der englische Ausdruck für Schnitzen. Die sogenannten Job-Carver nehmen Unternehmen unter die Lupe und filtern Tätigkeiten heraus, die die Fachkräfte von ihrer eigentlichen Arbeit abhalten, obwohl sie auch ungelernte Arbeitnehmer ausführen könnten. Aus diesen Tätigkeiten soll dann eine neue Stelle entstehen, die speziell auf einen Menschen mit Behinderung zugeschnitten werden kann. So soll ihnen der Zugang zur Arbeitswelt ermöglicht werden. Soweit die Theorie. Die praktische Umsetzung lässt noch auf sich warten. Bisher konnten die Experten das Job-Carving erst in einem Betrieb testen. Die Betreiber eines Freizeitbads im Münsterland hatten sich dazu bereiterklärt. Dort hat eine Bademeister-Assistentin nun einen neuen Job gefunden. "Wir sind auf der Suche nach weiteren Arbeitgebern, die daran interessiert sind", sagt Daldrup. 40 Unternehmen aus Westfalen-Lippe können an dem für eine Dauer von zwei Jahren geplanten Modellprojekt teilnehmen. Die Beratung ist kostenlos und für die Anfangszeit können über den LWL Fördergelder beantragt werden. Überzeugungsarbeit haben Mitarbeiter von Jobcentern, Agentur für Arbeit, Regionalagentur OWL, Integrationsfachdienst, Stiftung Kolping-Forum und die sozialpsychiatrische Initiative während des Aktionstags geleistet. Dabei informierten sie Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die verschiedenen Inklusionsmodelle. Ein gemeinsames Bekenntnis tragen die Besucher des Aktionstages von nun an mit sich: "Einstellung können behindern - behindern lasse ich mich nicht" ist als Aufdruck auf Jute-Taschen zu lesen, die an sie verteilt wurden.

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