Paderborn Sprengsatz spielt Friedensklänge

Aktionsgruppe stellt Programm der Gegenveranstaltung zur Woche der Militärmusik vor

Von Björn Prüßner
Hartmut Linne (Initiative gegen den Krieg), Ansgar Agethen (Band "Sprengsatz", vorne), Carsten Schmitt (Linkes Forum, hinten v.l.), Manfred Jäger (Pax Christi), Ralf Pirsig, Klaus Schüssler (beide "Grüner Salon") und Christoph Ebbers ("Sprengsatz") mit dem Programm der "Friedensklänge", die auch in der Kulturwerkstatt zu hören sein werden. - © Foto: Björn Prüßner
Hartmut Linne (Initiative gegen den Krieg), Ansgar Agethen (Band "Sprengsatz", vorne), Carsten Schmitt (Linkes Forum, hinten v.l.), Manfred Jäger (Pax Christi), Ralf Pirsig, Klaus Schüssler (beide "Grüner Salon") und Christoph Ebbers ("Sprengsatz") mit dem Programm der "Friedensklänge", die auch in der Kulturwerkstatt zu hören sein werden. | © Foto: Björn Prüßner

Paderborn. Christoph Ebbers hat sich einiges vorgenommen. "Unsere Texte sollen wehtun", sagt der Sänger der Paderborner Hardcore-Punk-Band Sprengsatz. Angesprochen fühlen dürfen sich am Donnerstag, 15. Mai, im Kleinkunstsaal der Kulturwerkstatt vor allem die Veranstalter der "Woche der Militärmusik".

Mit "Galle-Abend" (statt Gala-Abend) ist der Auftritt der Band überschrieben. Er ist Teil der Gegenveranstaltung zu den militärmusikalischen Auftritten, der Vertreter von Pax Christi, Linkem Forum und Initiative gegen den Krieg und anderen Organisationen den Namen "Friedensklänge" gegeben haben. "Wir wollen einen musikalischen und informativen Gegenpol schaffen", sagt Manfred Jäger von Pax Christi Paderborn.

Einige der Veranstalter sind selbst Musiker und stehen in der Woche vom 12. bis 16. Mai gemeinsam auf der offenen Bühne vor der Franziskanerkirche. "Wir haben uns erst über die Zusammenarbeit an den Friedensklängen kennengelernt", sagt Klaus Schüssler und grinst in Richtung Manfred Jäger und Ralf Pirsig. In einem Workshop erarbeiten sie mit Gästen unter anderem Volkslieder und spielen diese anschließend auf der Bühne. "Es gibt eine Kultur der Friedenslieder aus dem Volk, die soll gegen die Militärmusik gestellt werden", sagt Pirsig.

In Diskussionen melden sich Experten wie der Soziologe und Politikwissenschaftler Arno Klönne zu Wort. Er spricht über die historische Bedeutung von Soldatenliedern. Der Autor Michael Schulze von Glaßer hat die verstärkten Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr an Schulen unter die Lupe genommen und spricht zum Thema "Soldaten im Klassenzimmer". Daneben treten unter anderem der Kabarettist Eckhard Radau und der Poetry Slammer Carsten Strack, beide Träger der Paderborner Kulturnadel. Die 10-köpfige OWL-Gruppe des Ensembles "Lebenslaute" spielt klassische Musik und Volkslied-Bearbeitungen.

Anschaulich beschreibt das Ziel der "Friedensklänge"-Aktivisten ein Ausspruch der Musikwissenschaftlerin Mirijam Streibl, die die Verantaltungswoche eröffnet: "Musik kann Angst vertreiben oder einjagen. Die Entscheidung liegt bei uns."

Copyright © Neue Westfälische 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group