Der Stadtverband der Grünen Paderborn setzt bei den Kommunalwahlen auf Andreas Krummrey (r.) als Bürgermeisterkandidat. Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (v.l.) und die Sprecher Werner Jülke und Dr. Irmgard Pöppel freuen sich über das Mitgliedervotum. - © FOTO: INGO KALISCHEK
Der Stadtverband der Grünen Paderborn setzt bei den Kommunalwahlen auf Andreas Krummrey (r.) als Bürgermeisterkandidat. Landtagsabgeordnete Sigrid Beer (v.l.) und die Sprecher Werner Jülke und Dr. Irmgard Pöppel freuen sich über das Mitgliedervotum. | © FOTO: INGO KALISCHEK

Paderborn Grünes Licht für Krummrey

Stadtverband spricht sich für 60-Jährigen als Bürgermeisterkandidat aus

VON INGO KALISCHEK

Paderborn. Der Paderborner Stadtverband der Bündnisgrünen setzt auf Andreas Krummrey. Am Wochenende wählten ihn die Mitglieder mit großer Mehrheit zum Bürgermeisterkandidaten. Zuvor hatte sich Krummrey dem Stadtverband als Teamplayer vorgestellt. Bei konkreten politischen Aussagen hielt sich der Paderborner Polizeichef jedoch bewusst zurück.

"Das wird ein langer Abend", hatte Werner Jülke, Sprecher des Stadtverbands, zu Beginn prognostiziert. Er behielt Recht. Neben der Wahl des Bürgermeisterkandidaten stand eine Debatte über das Wahlprogramm der Grünen auf dem Programm. Auch die Direktbewerber in den 29 einzelnen Stimmbezirken und die Reserveliste wurden gewählt. Erst gegen 1 Uhr in der Nacht gingen die Lichter aus.

Höhepunkt des Abends war die Wahl des Bürgermeisterkandidaten. Auch die Grünen setzen bei der Kommunalwahl am 25. Mai auf Andreas Krummrey. Er wurde mit 31 Ja-Stimmen und 3 Enthaltungen gewählt - und mit "einer Menge Vorschusslorbeeren" beschenkt. "Er ist kompetent und überparteilich. Mit ihm haben wir eine echte Chance, die jahrelange CDU-Dominanz im Rathaus zu brechen", sagte Werner Jülke. In einem gemeinsamen Gespräch hatte der Polizeichef bereits vor einigen Tagen die Fraktion, den erweiterten Vorstand und das Wahlteam der Grünen überzeugt.

15 Minuten Zeit hatte er am Abend, um sich vorzustellen und die rund 40 Anwesenden von sich zu überzeugen. "Ich stehe für Verantwortungsübernahme. Wir wollen gemeinsam und auf breiter Ebene beraten und Transparenz zeigen. Ich stehe für alle zur Verfügung, jeder kann mich in Anspruch nehmen", will Krummrey die Probleme der Stadt überparteilich anfassen. "Bei Misserfolg übernehme ich aber selbstverständlich Verantwortung und halte zur Not meinen Kopf hin." Erfahrungen habe er durch seine jahrelange Arbeit in der inneren Sicherheit: "Es ist mein tägliches Geschäft, Menschen zusammenzubringen", sagte Krummrey. Bei Themen wie Schule, Migration, Verkehrsgestaltung der Innenstadt und Konversion habe er bereits sehr konkrete Vorstellungen. "Aber bei all den Punkten brauchen wir eine breitere Beteiligung; es geht nicht ohne die Bürger", erläuterte er. Auch die Uni nimmt Krummrey ins Visier: "Wir haben rund 9.000 Studenten-Pendler. Wir müssen es schaffen, die jungen und hochqualifizierten Leute zu binden. Wir brauchen mehr Wohnungen."

Einige Anwesende im Aspethera Hotel hakten noch nach: "Wie stehen Sie zu Bekenntnisgrundschulen?", fragte zum Beispiel Landtagsabgeordnete Sigrid Beer. "Die gelebte Integration in Paderborn ist gut, aber auch verbesserungsfähig. So wie es jetzt gehandhabt wird, ist es nicht mehr zeitgemäß", urteilte Krummrey. Und Klaus Schröder, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat, erhofft sich von Krummrey als möglichen Bürgermeister vor allem eine Veränderung in der Ratskultur, denn die sei bisher zu "CDU-lastig" gewesen. Bei den Fragen, welche weiteren politischen Schwerpunkte Krummrey verfolge und wie er den Wahlkampf organisieren wolle, hielt sich der 60-Jährige zurück. "Ich möchte Ihnen nicht von außen die Probleme aufzeigen. Die kennen Sie viel besser", möchte Krummrey nicht zu den "altklugen Politikern gezählt" werden. Eine genaue Skizzierung seiner politischen Ziele solle in den nächsten Wochen folgen - wenn die Themen dann auch mit den anderen Parteien abgestimmt seien.

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