Schranke am Stemberg: Nur Fahrräder und Busse dürfen über die Straße „Stemberg" Richtung Ortskern fahren. Um die Kleestraße und den Delbrücker Weg zu entlasten, fordern deren Anwohner eine Öffnung des Stembergs. - © Hans-Hermann Igges
Schranke am Stemberg: Nur Fahrräder und Busse dürfen über die Straße „Stemberg" Richtung Ortskern fahren. Um die Kleestraße und den Delbrücker Weg zu entlasten, fordern deren Anwohner eine Öffnung des Stembergs. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn-Wewer Verkehrsströme sorgen in Wewer für viel Frust

Baustelle in Wewer: Bei der Sitzung des Dorfrates fordern viele Anwohner die Öffnung des Stembergs für Pkw. Doch die Verwaltung sieht das anders

Andreas Götte

Paderborn-Wewer. Die umfangreichen Tiefbauarbeiten im Alten Hellweg bis hin zur Kleestraße sorgen zunehmend für Unmut in der Bevölkerung und polarisieren die Dorfgemeinschaft. Die Nerven liegen blank. Weil der Stemberg als mögliche Umleitungsstrecke nur für Busse und Fahrräder geöffnet ist, leiden die beiden großen Durchfahrtsstraßen Kleestraße und Delbrücker Weg unter einer hohen Verkehrsbelastung. Das wurde während der öffentlichen Sitzung des Dorfrates am Dienstagabend im proppevollen Heimathaus deutlich. Der Stemberg ist nicht geeignet für eine Umleitung  Das Problem: In Wewer gibt es nicht viele übergeordnete Straßen und der Stemberg gehört laut Margit Hoischen, Leiterin des Straßen- und Brückenbauamtes, als Straße in einem Wohngebiet nicht dazu. "Wir können da niemals eine Umleitung drüber legen, den Verkehr kann der Stemberg nicht tragen", betonte Hoischen. Auch Parallelstraßen existierten nicht. Vorgezogen werde allerdings die für Dezember geplante Umleitung für den Schwerlastverkehr. Dieser werde über die Bundesstraße 1 über die Dreckburg und Salzkotten geführt, so Hoischen. Für zusätzlichen Unmut sorgen Schilder, die Wewer als Umleitungsstrecke für die Autobahnbaustelle ausweisen. Die Anwohner fühlen sich durch das Verkehrsaufkommen isoliert Wegen des hohen Verkehrsaufkommens fühlen sich die Anwohner der Kleestraße und des Delbrücker Weges zum Teil komplett isoliert, weil sie kaum noch auf die Straße kommen. Um den Anwohnern der Kleestraße das Ein- und Ausfahren zu ermöglichen und auch zur Abschreckung, soll die Einrichtung von Tempo 30 während der Bauphase geprüft werden. Zur Entlastung der Straße könnte der Weweraner Bruchweg als Umleitungsstrecke einbezogen werden. Ein Anwohner schlug vor, in der Kleestraße, den Verkehr und auch die Geruchsemissionen zu messen. Zur Entlastung des Delbrücker Wegs schlug eine Anwohnerin vor, parallel dazu als Umleitung das Wewersche Bruch einzubeziehen. "Eine Umleitung muss auch akzeptiert werden, da müssten wir die Kreispolizeibehörde einschalten", so Hoischen. Im übrigen hätten anonym zählende Tempoboxen in 24 Stunden eine moderate Steigerung der Autoanzahl von 4.000 auf 4.800 gezählt. Die gefahrene Geschwindigkeit hätte deutlich unter 50 Kilometer pro Stunde betragen. Um die Ausfahrt aus den Spielstraßen zu ermöglichen, könnten laut Hoischen beispielsweise Achtungsschilder aufgestellt werden. Ein Anwohner des alten Hellweges verstand den Unmut in der Kleestraße nicht. "Bei uns fahren täglich zwischen 12.000 und 15.000 Fahrzeuge", so der Anwohner. Die Busumleitung funktioniert reibungslos  Mit den Busumleitungen gibt es laut René Möller vom Padersprinter nach einem Monat keine Probleme. Im Knick und in der Kleestraße seien nur zwei Haltestellen weggefallen. Man habe die Fahrzeiten "ein Stück weit angepasst". Ab Barkhausen sei jedoch der Takt der Gleiche. "Unser Ziel war eine dauerhafte große Umleitung, die jeder erreichen kann", zeigte sich Möller zufrieden. Die umstrittene Schrankenlösung am Stemberg hält er für gut. Sonst könnte man den Fahrplan nicht mehr einhalten. Laut Margit Hoischen soll der Bau des Geh- und Radwegs und der Brücke als zweite Maßnahme nach Beendigung der Brutzeit beginnen. Hier dürfte es im Bereich Wasserburg zu Beeinträchtigungen kommen. Bis spätestens zum Dezember soll die Maßnahme abgeschlossen sein. Der nächste große Bauabschnitt erfolgt dann im nächsten Jahr. Eine Anwohnerin des alten Hellwegs appellierte an den Gemeinschaftssinn. "Ich wohne seit 51 Jahren an der Hauptstraße. Wir sollten während der zweijährigen Umleitungen zusammenhalten." Siehe auch

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