Neue Aufkleber am Bus: So weist der Padersprinter auf die Mitnahme auch von Elektroscootern hin. - © Hans-Hermann Igges
Neue Aufkleber am Bus: So weist der Padersprinter auf die Mitnahme auch von Elektroscootern hin. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Padersprinter nimmt E-Scooter mit – aber nur im Prinzip

Blaue Aufkleber: 55 von 75 Bussen weisen vorn und am hinteren Zustieg auf die Möglichkeit hin. Elektromobile und ihre Nutzer müssen aber eine Reihe von Bedingungen erfüllen

Hans-Hermann Igges

Paderborn. „Nehmen Padersprinter-Busse jetzt auch Elektroscooter mit? Im Prinzip ja." Fragen nach dem Muster an das fiktive Radio Eriwan sind zwar seit mindestens 30 Jahren aus der Mode. Doch eine so gestrickte Antwort passt in diesem Fall. Denn: Faktisch kommen Fahrerinnen und Fahrer solcher Mobilitätshilfen immer noch eher zufällig in den Genuss einer Mitnahme. Jedenfalls womöglich auch nicht, wenn penibel kontrolliert wird. Wie Peter Bronnenberg, Chef des kommunalen Nahverkehrsunternehmens Padersprinter, vor dem Sozialausschuss des Stadtrates berichtete, praktiziert das Unternehmen offiziell schon jetzt in 55 seiner 75 eigenen Busse die Regelung, die offiziell ab 1. Juli landesweit gilt. Kenntlich ist das an blauen Aufklebern mit einem Scooter darauf, die jeweils vorn an der Stoßstange der Busse sowie an den hinteren Türen prangen. Gesamtgewicht hat Höchstgrenze Sie bedeuten: Mit diesem Bus werden Fahrgäste mit Behindertenausweis auf Elektroscootern mitgenommen, die laut Betriebsanleitung für den Transport geeignet sind und auch selbst einen entsprechenden Sticker tragen. Bronnenberg: „Die Busfahrer können jeweils verlangen, dass die Betriebsanleitung und der Schwerbehindertenausweis vorgezeigt werden. Das werden sie aber nur stichprobenartig tun, weil sie ja auch den Fahrplan einhalten sollen." Zu den technischen Bedingungen gehört, dass die Mobile vier Räder haben, höchstens 1,20 Meter lang sind und ein Gesamtgewicht (mit Fahrer) von 300 Kilogramm nicht überschreiten – was Busfahrer womöglich abschätzen können. Nur aus der Anleitung jedoch können sie sehen, ob der Scooter bestimmten Fliehkräften standhält. Die Linienbusse wiederum müssen einen ausreichend großen Rollstuhlplatz mit einem mindestens 28 Zentimeter überstehenden Haltebügel zum Gang hin aufweisen, um die sichere Aufstellung des E-Scooters auf dem Rollstuhlplatz zu gewährleisten. Diese Bedingungen erfüllen jedoch viele ältere Busse sowie die von Busunternehmen, die im Auftrag des Padersprinter fahren, noch nicht. Tatsächlich kenne er, so Peter Bronnenberg, momentan keinen einzigen Hersteller von E-Scootern, der für Modelle wirbt, die den aktuellen Mitnahmevorschriften entsprechen. Im Umlauf seien lediglich Scooter-Plaketten, die man nach einer Art Selbstauskunft von Verbänden bekommen könne. Wenn diese zudem noch bloß in einer Klarsichtfolie vorgezeigt würden, sei das erst recht kein seriöser Mitnahmegrund.

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