Markante Rundung: An der Warburger Straße baut der Spar- und Bauverein 90 Wohnungen für Studenten. - © Hans-Hermann Igges
Markante Rundung: An der Warburger Straße baut der Spar- und Bauverein 90 Wohnungen für Studenten. | © Hans-Hermann Igges

Paderborn Neue Apartments für Studierende in Paderborn sorgen für kritische Fragen

Warburger Straße: Die FDP-Fraktion im Stadrat nimmt Anstoß an den Dimensionen des Neubaus. Baulinien und Geschosshöhen seien überschritten worden

Hans-Hermann Igges

Paderborn. Genehmigte Abweichungen vom Bebauungsplan oder im Grunde ein Schwarzbau? Die FDP im Paderborner Stadtrat fährt rhetorisch starke Geschütze auf im Zusammenhang mit dem Bau von 90 Apartments für Studenten an der Warburger Straße. Weil Bauherr der Spar- und Bauverein Paderborn ist (und damit Paderborns größter Eigentümer und Vermieter von Wohnungen), vermuten die Liberalen gar „besondere Beziehungen". „Das ist Unsinn, wir genießen keine Sonderbehandlung", sagt dazu der Vorstandssprecher der Genossenschaft, Thorsten Mertens. Wie die FDP-Ratsfraktion am Dienstag per Pressemitteilung kundtat, stellt sie zur übernächsten Sitzung des Bauausschusses am 13. Juli eine offizielle Anfrage an die Stadtverwaltung. Erst auf ihren Protest hin sei diese nun aus dem nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil verlegt worden. Darin fragt sie nach dem Hintergrund „erheblicher Abweichungen von den Festsetzungen des Bauplanes". Demnach stehe das Gebäude nicht wie vorgeschrieben auf der Nord-West-Seite (also an der Warburger Straße) an der Baulinie; diese werde „um mindestens 7 Meter überschritten". Außerdem liege entlang der Straße eine „wenn auch geringe Überschreitung der Baugrenzen" vor. Auf der Süd-West-Seite überschreite die Abstandsfläche zum Nachbarn die Grundstücksgrenze erheblich und überschneide sich mit der Abstandsfläche des Nachbargebäudes. Das sei nicht zulässig. Außerdem entspreche das fünfte Vollgeschoss nicht den Vorgaben. Zudem, so die FDP, seien auch zwei mit einem Erhaltungsgebot der Stadt belegte Bäume gefällt worden. Verlegung der Tiefgarageneinfahrt Als letzten Punkt fragt die Fraktion nach dem Hintergrund für die Verlegung der Einfahrt für die Tiefgarage. Diese sei im Bebauungsplan exakt festgesetzt, befinde sich nun jedoch an anderer Stelle. Für die FDP, so das Fazit der Liberalen, stelle sich die Frage, „warum solche Abweichungen im Bebauungsplan genehmigt wurden oder warum ein Schwarzbau toleriert wird". Falls diese Fragen nicht geklärt würden, verlange man Akteneinsicht. „Abgesehen davon, dass ich von Anfang an dafür war, die Anfrage öffentlich zu behandeln, ist die Position der FDP doch sehr verwunderlich. Schließlich war sie bei allen Beratungen dabei", nimmt dazu Thorsten Mertens, Vorstandssprecher des Spar- und Bauvereins, Stellung. Mertens weiter gegenüber der NW: „Wir haben uns streng an die Baugenehmigung gehalten." Die darin enthaltenen Befreiungen von Bestimmungen etwa des Bebauungsplanes überstiegen nicht das übliche Maß und seien städtebaulich sowie nachbarschaftlich vertretbar. Auf ein Staffelgeschoss in dem höher gelegenen der beiden Baukörper habe man im übrigen sogar verzichtet, obwohl es möglich gewesen sei. Und zum Thema der gefällten Bäume gebe es engste Übereinstimmung mit der Stadt sowie sogar ein Gutachten. Zudem werde man rund um den gesamten neuen Baukörper „über das Maß einer Ersatzpflanzung" hinaus neue Bäume pflanzen. Mit der Fertigstellung des Gebäudes sei, so Mertens, im November zu rechnen. Schon bald verschwinde das Gerüst.

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