Trister Ort: Die Zentralstation an der Marienstraße. Geht es nach der Paderborner Stadtverwaltung, dann wird es hier demnächst einen Supermarkt geben. - © Holger Kosbab
Trister Ort: Die Zentralstation an der Marienstraße. Geht es nach der Paderborner Stadtverwaltung, dann wird es hier demnächst einen Supermarkt geben. | © Holger Kosbab

Paderborn Supermarkt soll in Paderborner Zentralstation ziehen

Für Paderborns Technische Beigeordnete Claudia Warnecke ist ein Nahversorger der absolute Wunsch als Nachnutzung

Holger Kosbab

Paderborn. Der Combi auf dem Königsplatz hat vor zwei Monaten geschlossen – der zugleich letzte Lebensmittelmarkt in der Innenstadt. Die Räumlichkeiten werden derzeit für den Tedi umgebaut, der aus der Marienstraße eine Etage höher zieht. Direkt darunter – in der Zentralstation, die durch einen Neubau an der Westernmauer frei wird – soll es jedoch künftig wieder Lebensmittel oder Pflegeprodukte des täglichen Bedarfs geben. So wünscht es sich die Stadt Paderborn. „Ein Nahversorger steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben", sagte Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn auf NW-Anfrage. „Ende des Jahres sollten wir so weit sein, um zu wissen, ob dies funktioniert", sagte Warnecke. Für die Königsplätze wäre eine Nachnutzung mit einem Lebensmittelmarkt „eine wertvolle Bereicherung." Schon seit Längerem führt sie Gespräche mit Projektentwicklern und wäre glücklich, wenn es gelinge, eine Lösung zu finden, der die Eigentümer zustimmen, und mit der ein Investor und ein Betreiber zufrieden seien: „Wir sind in guten Gesprächen, aber es gibt noch immer offene Fragen. Wir sind weiterhin in der Prüfung", sagte Warnecke. Sie beschreibt es als ein vielseitiges Thema mit vielen zu klärenden Fragen. So seien etwa die Deckenhöhen oder vorhandenen Pfeiler zu berücksichtigen. Bei der Planung geht es auch um Schaufensterflächen Hinzu kommt die komplexe Eigentümer-Struktur im Bereich der Zentralstation und der Königsplätze. Zahlreiche Besitzer haben hier Flächen, der Stadt Paderborn selbst gehört im Bereich der Zentralstation ein Anteil von unter 50 Prozent. Mit der Besitzerstruktur einher geht die Frage nach der Länge der potenziellen Fassaden, die für das einziehende Unternehmen von Bedeutung ist – und an welcher Stelle ein Geschäft Schaufensterflächen benötigt. Hier kommt auch der Imbiss Ulrich Broer ins Spiel, der derzeit in der Westernstraße steht. Potenzielle Planungen würden mit Broer immer abgeglichen, sagte die Technische Beigeordnete Warnecke. Denn Broer ist Eigentümer der Fläche, auf der sein Imbiss bis zum Beginn der Umgestaltung der Königsplätze im Februar 2016 stand. Ulrich Broer rechne mit einer Rückkehr an den alten Platz jedoch nicht vor Herbst 2019, wie er auf Anfrage sagte. Die bisherige Zentralstation an der Marienstraße wird frei, da an der Westernmauer für 3,3 Millionen Euro eine neue Zentrale Omnibus-Haltestelle (ZOH) errichtet wird. Baubeginn könnte ab 2020 sein. Die potenzielle Verkaufsfläche in der alten Zentralstation liegt etwas unter 2.000 Quadratmetern. Hierfür gebe es neben dem „ernsthaften Interesse" von potenziellen Nahversorgern auch „alternative Denkmodelle", sagte Warnecke. Andere Einzelhändler hätten ebenfalls Interesse. Die ehemalige Dany-Immobilie ist ganz entscheidend Eins wird es hier aber in keinem Fall geben. „Eine Markthalle ist an dieser Stelle nicht realisierbar", sagte Warnecke. Zu diesem Ergebnis seien Einzelhandelsgutachter, Projektentwickler, Eigentümer und Vertreter der Stadt Paderborn gemeinsam gekommen. Ganz entscheidend für das Projekt „Revitalisierung Königsplätze", wie der Umbau offiziell heißt, ist das künftige Angebot im ehemaligen Dany-Gebäude. Der Mietvertrag des bisher letzten Geschäfts in den Räumlichkeiten, das Schuhhaus Görtz, war Ende Januar ausgelaufen. In der oberen Etage des Gebäudes residiert seit einem Jahr der Stadtcampus des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses der Uni Paderborn. Die Immobilie ist seit 2008 im Eigentum der F. Klingenthal Textilhäuser GmbH. Das 1976 erbaute und 1977 als Dany-Partnerkaufhaus eröffnete Gebäude verfügt über 8.000 Quadratmeter Verkaufsfläche. Im Februar hatte Klingenthal-Prokurist Jürgen Schroers, erklärt, dass über die Zukunft des Gebäudes in den nächsten drei bis vier Monaten eine Entscheidung fallen soll. Auf Anfrage erklärte Eigentümer Ferdinand Klingenthal jetzt, dass es diesbezüglich nichts Neues zu berichten gebe.

realisiert durch evolver group